Aufsatz 
Baubeschreibung [des Königlichen Gymnasiums zu Marburg] / vom ... Neuhaus
Entstehung
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bekannt zu machen. Im Namen des Gymnasiums spreche ich Herrn Prof. v. Sybel für sein liebenswürdiges Entgegenkommen hiermit den wärmsten Dank aus.

Des Geburtstages des Kaisers Friedrichs III. und der Todestage der beiden Hoch- seligen Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. wurde durch Ansprachen seitens der Ordinarien in ihren Klassen gedacht. Besonders festlich wurde den Bestimmungen des Allerhöchsten Erlasses entsprechend die hundertjährige Wiederkehr des Geburtstages des Hochseligen Kaisers Wilhelms des Grossen begangen, den 21. März durch Beteiligung an dem offiziellen Gottesdienst in der lutherischen Pfarrkirche, am 22. durch eine Schulfeier in der festlich ge- schmückten Aula, bei welcher der Oberlehrer Reinhard in seiner Rede»ein Lebens- und Charakterbild Kaiser Wilhelms I.« entwarf. Dienstag den 23. März waren Lehrer und Schüler zugegen bei der Feier auf dem Wilhelmsplatze, wo in Anwesenheit der staatlichen und städtischen Behörden die Pflanzung einer Kaiser Wilhelmslinde vorgenommen wurde. Den Schluss der Gymnasialfeier bildete am Nachmittag desselben Tages ein zahlreich besuchtes Schauturnen des Schülerturnvereins. Am Ende desselben überreichte der Direktor dem Oberprimaner Jung als dem Leiter des Turnvereins ein von einigen Turnfreunden ihm für diesen Zweck zu Gebote gestelltes Exemplar der Festschrift des Professors Oncken»Unser Heldenkaiser.«

Am 18., 19. und 20. März fand unter dem Vorsitz des unterzeichneten Direktors die mündliche Prüfung der diesjährigen Abiturienten statt. 23 Prüflinge, 4 unter Befreiung von der mündlichen Prüfung, erhielten das Zeugnis der Reife.

Bei der mündlichen Abschlussprüfung am 6. und 7. April wurde 27 Unter- sekundanern das Zeugnis über die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Militärdienst zuerkannt. 7 der Versetzten traten aus, um sich einem praktischen Berufe zu widmen oder andere Lehranstalten zu besuchen.

Mit dem Schluss des Schuljahres verliess uns der wissenschaftliche Hilfslehrer Edmund Stange, welcher seit Ostern 1895 dem Lehrerkollegium angehörte, um eine ihm übertragene Oberlehrerstelle an dem Realprogymnasium zu Homburg v. d. Höhe zu übernehmen. Wir sahen den pflichtgetreuen Amtsgenossen ungern aus unserer Mitte scheiden.

Der Gesundheitszustand unserer Schüler war während des verflossenen Schuljahres be- friedigend. Weniger lässt sich dies von den Lehrern sagen. Denn abgesehen von dem Technischen Lehrer Witt, welcher im Laufe des Jahres zweimal genötigt war, sich auf längere Zeit beurlauben zu lassen, mussten fast sämtliche Lehrer, glücklicherweise meist nur auf kürzere Zeit, in ihren Unterrichtsstunden vertreten werden.

IV. Statistische Mitteilungen.

1f. Die Lehrer des Gymnasiums.

Die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums ist am Schluss des Schuljahres folgende: Direktor Dr. Georg Buchenau; vier Professoren: Dr. Karl Weidenmüller, Pfarrer extr. ord. Karl Vogt(Bibliothekar), Jakob Loeber, Dr. Wilhelm Wilhelmi,; sieben Ober- lehrer: Karl Hohenthal, Dr. Adolf Lange, Dr. Heinrich Schäfer, Franz Schenk- held, Arnold Reinhard, Dr. Karl Euler, Constantin Ewoldt, Dr. Philipp Schäfer; ein wissenschaftlicher Hilſslehrer: Edmund Stange; ein technischer Lehrer: August Witt(ugl. Rendant d. Gymnasialkasse); ein katholischer Religionslehrer: Pfr. Dr. Konrad Weber; endlich mit dem jüdischen Religionsunterricht beauftragt: Landrabbiner Dr. Munk.