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III. Chronik des Gymnasiums.
Nachdem Montag den 13. April die Prüfung der neuangemeldeten Schüler vorgenommen worden war, wurde am Dienstag den 14. April vormittags 7 Uhr in der Turnhalle das neue Schuljahr mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet, an welche sich die Verlesung und Erläuterung der Schulordnung und sodann die feierliche Aufnahme und Verpflichtung von 62 neu eintretenden Schülern anschloss.
Während des Sommers begannen die Vormittagsstunden der 8 obern Klassen um 7, die der Quinta und Sexta um 8 Uhr.— Im Winter begann der Unterricht um 8 Uhr, jedoch in der Zeit vom 23. November 1896 bis zum 15. Februar 1897 um 8 ½ Uhr.
Mit dem 9. Mai trat der Technische Lehrer Witt einen ihm zum Gebrauch einer Bade- kur bis zu den Sommerferien bewilligten Urlaub an. Da sich kein Lehrer hatte finden lassen, welcher die 28 wöch. Stunden desselben in den sehr verschiedenen Lehrgegenständen hätte übernehmen können, so musste eine Verteilung der einzelnen Fächer in der Weise stattfinden, dass Herr Univ.-Zeichenlehrer und Oberlehrer an der Realschule Friedrich Schürmann den Zeichenunterricht, die Turnstunden der wiss. Hilfslehrer Stange, die Singstunden der Lehrer an der höheren Mädchenschule Heinrich Dörbecker“, endlich die Schreibstunden der pen- sionierte Lehrer Heinrich Kupfrian übernahm.
Der am 13. Mai zu Oberlahnstein abgehaltenen Hauptversammlung von Lehrern höherer Schulen der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck wohnten der Direktor und drei Lehrer des Gymnasiums an.
Die diesjährigen Pfingstferien dauerten vom 24. bis zum 27. Mai.
Am 3. Juni verstarb nach kurzem Krankenlager im 43. Lebensjahr der Lehrer a. D. Heinrich Kupfrian, welcher seit dem 11. Mai bei der Vertretung des beurlaubten Lehrers Witt Aushilfe geleistet hatte. Am 6. Juni geleitete der Direktor nebst den Lehrern und Schülern der Klassen Quinta und Sexta den so früh aus dem Leben Geschiedenen zu seiner letzten Ruhe- stätte. Die von ihm in Vertretung gegebenen Schreibstunden übernahm nunmehr der wiss. Hilfslehrer Dr. Schäfer II.
Am 15. Juni und den folgenden Tagen war der Prof. Loeber, um seinen Pflichten als Geschworener nachzukommen, genötigt, einen Teil seines Unterrichts auszusetzen.
Am 22. Juni traf die erfreuliche Nachricht dahier ein, dass der wiss. Hilfslehrer Dr. Philipp Schäfer zum Oberlehrer ernannt worden sei, indem unserm Gymnasium eine der 50 neugeschaffenen, später wieder in Wegfall kommenden Oberlehrerstellen zugewiesen worden war.
Die vierwöchentlichen Sommerferien dauerten vom 6. Juli bis zum 3. August.
Während der Sommerferien war am 10. Juli Herr Geh. Reg. Rat Dr. Lahmeyer mehrere Stunden hier anwesend und besichtigte mit dem Direktor und dem leitenden Baubeamten den Stand der Arbeiten an dem Um- und Erweiterungsbau der Anstalt
Vom 30. Juli an war der Oberlehrer Dr. Euler zu einer achtwöchigen militärischen UÜbung eingezogen. Mit seiner Vertretung wurde durch Verf. vom 31. Juli der Kandidat
* Heinrich Dörbecker, evgl. Konf., geb. zu Christerode(Kr. Ziegenhain.) am 21. Juli 1849, be- suchte die Präparandenschulen zu Willingshausen und Schlüchtern, sodann das Lehrerseminar in Schlüchtern. Nachdem er verschiedene Lehrerstellen provisorisch bekleidet hatte, genügte er zu Cassel seiner Militärpflicht, wirkte eine Reihe von Jahren als 1. Lehrer in Oberaula und wurde 1879 als ordentlicher Lehrer an der hiesigen höheren Mädchenschule angestellt.


