Aufsatz 
Baubeschreibung [des Königlichen Gymnasiums zu Marburg] / vom ... Neuhaus
Entstehung
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Die sonstige Ausstattung der Klassenräume besteht aus je einem Katheder für den Lehrer, einem Klassenschrank, einer einfachen Wandtafel auf Holzgestell, einem verstellbaren Kartenständer, einem Thermometer und einem Papierkasten. Die an der Süd- und Westseite gelegenen neuen Räume haben Fenstervorhänge zum seitlichen Ziehen erhalten, die südlichen Schulzimmer im alten Gebäude besitzen von früher her aussen angebrachte Marquisen. Die Sitze der Physikklasse stehen auf einem ansteigenden Podium; die Fenster derselben haben ausser den vorerwähnten Zugvorhängen auch noch Vorrichtungen zur vollständigen Verfinsterung des Raumes erhalten.

Die nach Norden gelegenen Räume für den Zeichenunterricht sind mit besonderen Zeichentischen ausgestattet, welche mit verstellbaren Vorrichtungen zum Aufhängen der Vor- lagen versehen sind und Arbeitsplätze für je 2 Schüler bieten. Die Sitze vor diesen Tischen bestehen aus hölzernen Schemeln.

Die innere Einrichtung der Aula besteht neben den Sitzbänken für die Schüler aus einem an der nördlichen Umfassungswand aufgestellten grösseren Katheder, zu dessen beiden Seiten sich die auf einem Podium befindlichen Sitzplätze für die Lehrer anschliessen. Die bereits vorerwähnte Einpore für den Sängerchor ist mit einem Cottage-Harmonium ausgestattet.

Die grossen spitzbogigen Aulafenster, welche zur möglichsten Abhaltung der Kälte mit einer doppelten Verglasung versehen sind, besitzen in der nördlichen Umfassungs- wand auf der Aussenseite eine Bleiverglasung mit Grisaille-Malerei, in der westlichen Umfassungswand jedoch nur eine weisse Verglasung mit einfacher Borte in vorgenannter Malerei. Die Wandflächen sowie die Holzdecke zeigen eine stilgemässe Ausmalung in früh- gothischen Motiven.

Über die Einrichtung der Schüler- und Lehrer-Aborte sei noch erwähnt, dass die sämtlichen Klosetsitze und Pissoireinrichtungen an die städtische Kanalisation angeschlossen sind und intermittierende Spüleinrichtungen besitzen. Zur Verhütung etwaiger Frostschäden kann der Raum mittelst eines Gasofens geheizt werden. Für reichliche Ventilation des Abort- raumes ist gesorgt.

Der Erweiterungsbau ist im Anschluss an das alte Gebäude mit einer Blitzableitungs- anlage versehen worden. Der Schulhof ist mit einer Kiesabdeckung versehen, mit Ausnahme des Zugangweges zur Turnhalle, der ein Sandsteinpflaster erhalten hat. An der südlichen und westlichen Grenze befinden sich Baum- und Sträucheranpflanzungen, welche sowohl nach der Strasse als nach dem Schulhof hin durch schmiedeeiserne Gitter eingefasst sind.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass die Erd-, Maurer- und Steinmetzarbeiten sowie der grösste Teil des inneren Ausbaues von hiesigen Handwerkern ausgeführt worden sind. Nur für die Herstellung der Fussböden, der Beleuchtungskörper, der Wasserzu- und Abfluss-

leitungen, einschl. der Abort- und Pissoireinrichtungen, sowie der Möbel sind auswärtige Firmen herangezogen worden.