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Das Kellergeschoss, das Untergeschoss, das Treppenhaus und die Korridore sind über- wölbt und zwar die ersteren mit preussischen Kappen. Für die letzteren sind Tonnengewölbe mit Stichkappen und Kreuzgewölbe gewählt.
Die Haupttreppe ist massiv nach System»Monier«, d. h. in Cementbeton mit einer Einlage von Eisenstäben gewölbt, und hat eichene, in Asphalt verlegte, Trittstufen sowie ein schmiedeeisernes Geländer erhalten. Die Klassenräume besitzen verputzte Balkendecken, die Aula eine sichtbare Holzdecke. Die Fussböden dieser Räume bestehen aus eichenen Riemen, welche bei den Klassenzimmern ebenso wie in dem Konferenzzimmer in Asphalt verlegt, dagegen in der Aula auf einen kiefernen Blindboden aufgenagelt sind. Die Aula besitzt ausserdem ein 1,80 m hohes Holzpannel und ist auf Antrag des Direktors an der südlichen Schmalseite noch mit einer Empore für den Sängerchor ausgestattet worden.
Die Korridorfussböden im Neubau wie im alten Gebäude, ebenso die Podestflächen der Haupttreppe haben einen Thonplattenbelag erhalten.
Die sämtlichen Räume mit Ausnahme der Kellergelasse sind mit Gasbeleuchtung ver- sehen. In den Klassenräumen sind 4 bis 6 doppelte Hängearme mit Milchglasglocken und ein einfacher Hängearm mit ebensolcher Glocke für das Katheder, in den Korridoren Ampeln mit Glasglocken, in der Aula zwei bereits früher vorhandene, aber umgearbeitete Kronleuchter mit zu- sammen 48 Flammen, ausserdem 4 dreiflammige sowie 2 zweiflammige Wandarme und die nötigen Sicherheits-Oellampen angebracht. Der Zeichensaal hat Auer'sches Gasglühlicht erhalten. Ausserdem sind sowohl das alte Gebäude wie der Neubau an die städtische Wasserleitung angeschlossen. In letzterem befindet sich auf dem Korridor eines jeden Geschosses ein Wasserzapfhnahn mit Ausgussbecken und darüber ein kleines mit Glasthüre versehenes Schränkchen, welches 3 Feuereimer für den Fall eintretender Feuersgefahr enthält. Das Apparatenzimmer, die Physikklasse und der in dieser aufgestellte Experimentiertisch, endlich das Konferenzzimmer und der Zeichensaal sind gleichfalls mit Wasserzu- und Abflussleitungen versehen.
Die Beheizung der Klassenräume geschieht durch einfache eiserne Füll-Regulier-Oefen nach bewährter Konstruktion, die zur Abhaltung der strahlenden Wärme mit vorgesetzten schmiedeeisernen Ofenschirmen versehen sind. Die Aula hat zwei grosse eiserne Oefen irischer Konstruktion erhalten. Für den Abzug der verdorbenen Luft sind in dem Erweiterungsbau be- sondere Abluftkanäle(für jedes Klassenzimmer 1 Rohr) angelegt, die mit Jalousieklappen für Sommer- und Winter-Yentilation versehen sind. Zur weiteren Lüftung sind ausserdem in jedem Zimmer die oberen Fensterflügel mit Glasjalousieklappen versehen.
Die Schulbänke sind zweisitzig mit Minus-Distanz; sie haben bewegliche Sitze sowie bewegliche Pultplatten aus Buchenholz und sind im übrigen aus Gusseisen hergestellt, und zwar in den unteren Klassen nach dem System Leinemann-GCassel, in den mittleren und oberen nach dem System Elsässer— Schönau b. Heidelberg—, in der Physikklasse nach dem ver- stellbaren System Fuhrmann u. Hauss-Frankenthal.


