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mitgebracht werden dürfen, entschieden ausgeschlossen seyn müssen. Sonst wird der Schüler gar zu leicht ab und an einmal die Präparation für die flüchtigen Momente einer Zwischenstunde versparen oder es doch wenigstens manchmal unterlassen, sich die in den Noten gegebnen Erklärungen zu Hause sicher einzuprägen, da er immer hoffen kann, gele- gentlich im Falle der Noth einen Blick in den unterirdischen Souffleurkasten hinabzuwerfen. Den einzelnen Schüler, der gerade an der Reihe ist, kann der Lehrer freilich durch schar- fes Fixiren von diesem Gebrauch der Hülfe zu unrechter Zeit leicht abhalten; aber wenn derselbe nun nichts weiss, und andere Schüler aufgerufen werden müssen, so können diese mittlerweile schon längst sich Raths erholt haben. ¹⁷) 8—
Noch eine Frage von Belang haben wir nun zu beachten, die sich nicht blos auf die Noten, sondern auf alle bisher besprochnen. Beigaben einer Schuledition bezieht, nämlich sollen dieselben deutsch oder lateinisch abgefasst werden? Mir scheint die Anwendung der lateinischen Sprache nur da zulässig, wo das Verständniss derselben bei dem Schüler, wenn er seine Gedanken zusammenhält, durchaus keinen Schwierigkeiten unter- liegt. 18) Sonst wird dadurch seine Aufmerksamkeit von dem zunächst vorliegenden Gegen- stand abgelenkt ¹⁴), und das Mitgetheilte selbst dringt oft nicht mit genügender Klarheit und Bestimmtheit in sein Bewusstseyn ein. Also im Ganzen sind lateinische Erklärungen und Auseinandersetzungen in den unteren Classen(Quarta, Tertia) durchaus unzulässig. In einzelnen Fällen freilich werden sich Ausnahmen statuiren lassen; z. B. wenn sich irgend eine
Sacherklärung durch einen oder einige Sätze aus einem Schriftsteller geben lässt, den der Knabe schon gelesen hat. 20) Je höher natürlich die Classe ist, für welche man die Ausgabe
17) Man wird es tadeln, dass dem hier ausgesprochenen Grundsatz die Einrichtung der mehr- erwähnten Auswahl Lucianeischer Dialoge nicht conform ist. Ich kann hiergegen nichts sagen, als dass da äussere Gründe obgewaltet haben. Jetzt würde ich aber solchen äusseren Gründen, so dringlich sie auch seyn möchten, um keinen Preis Gehör geben. Es ist mir gegangen, wie so manchem; ich bin klüger vom Rathhaus gekommen, als ich hinaufgegangen war. Ge- wiss doch immer noch besser, als wenn man eben so klug zurückkehrt, als man vorher war. 18) Unter dieser Voraussetzung aber wird es auch nicht zu tadeln seyn, wenn sich dann und wann einmal ein griechischer Satz mit einmengt. Die Scholiasten bieten gar manchmal recht brauchbare, klar und kurz gefasste Erklärungen, die man füglich in eine Schulausgabe aufnehmen kann.
19) Ich weiss zwar wohl, wie vortheilhaft es ist, die einzelnen Lehrgegenstände des Gymnasiums nicht zu sehr getrennt au halten, sondern die Ubung in denselben so weit als möglich in ein- ander greifen zu lassen. Aber der jeweilige Unterrichtsgegenstand muss doch immer die Hauptsache, die Rücksicht auf andere in völliger Unterordnung bleiben.
20) In der Lucianeischen Anthologie haben wir sogar einmal eine Asopische Fabel (XAir g zal 7ανι⁸ο), auf welche im Text angespielt wird, in extenso abdrucken lassen, wäh- rend recht gut mit wenigen Worten der Inhalt hätte deutsch angegeben werden können. Sie ist keineswegs so leicht, dass ein Tertianer sie ohne weiteres lesen könnte, und man kann mir daher nicht ohne einigen Anschein des Rechts den Vorwurf der Inconsequenz machen. Aber


