30. Karl Knabe aus Hutzdorf 1835—54 kam als Pfarrer nach Selters.
31. Konrad Euler von Reuters 1854—73 † 1891 als Stadt⸗ pfarrer zu Schlitz. Verfaſſer des Spruchbuchs zum lutheriſchen Katechismus.
32. Friedrich Lahr aus Groß⸗Gerau, 1873—77, † 1882 als Pfarrer in Ettingshauſen.
1877— 1893 wurde die Stelle von einem Lehrer der Volksſchule verwaltet.
33. Fritz Schmidt aus Geinsheim, 1893—96, kam als Pfarrer nach Hartershauſen, 1898 Stadtpfarrer, 1901 Oberpfarrer in Schlitz, 1902 Dekan des Dekanats Lauterbach † 1913 in Schlitz.
34. Heinrich Böchner aus Freienſteinau, 1896—97, kam als Pfarrer nach Udenhauſen. Seit 1905 Pfarrer in Trais a. d. L.
35. Karl Klös aus Nidda, 1897—1901, kam als Pfarrer nach Münſter bei Butzbach. Seit ſeinem Weggang wird die Stelle von dem Inhaber der 1. Schulſtelle vertretungsweiſe verwaltet.
Der Rektor hatte den beiden Geiſtlichen Aſſiſtenz zu leiſten und erhielt 1721 außer den Predigten, die er im Kreutzersgrund zu halten hatte, noch die Seelſorge in den Inſpekturfilialen Willofs und Frau⸗Rombach und ſeit 1800 auch in Hutzdorf, während der
Kirchgang dieſer Orte nach wie vor nach Schlitz war. Noch der
letzte Inſpektor Klös war Pfarrverwalter von Willofs, das dann
Udenhauſen zugeteilt wurde. Die Beſoldungsteile des Rektorats
beſtehen heute noch aus folgenden Liegenſchaften und Einnahmen:
Grabgarten auf der Hall Flur 1 Nr. 630, 838 qm., das Rektorat
(jetzige Bohnung von Herrn Kantor Bohl Flur 1 Nr. 723) 156 qm.,
eine Wieſe jenſeits der Hohmühle Flur 8 Nr. 73,5 1499 qm. Von der
Görtzwieſe Flur 7 Nr. 62 gehören1 ½, der Stadtkirche, 1%.= 938
qm. dem Rektorat. Die Leiſtungen der Gräflich Görtz'ſchen Standes⸗
herrſchaft zum Rektorat betragen jährlich 385,72 Mk. in bar und
16,6 Rm. Holz nebſt 3 ⅜½ Sch. Reiſig. Dazu kamen die Beſoldungs⸗
güter von Willofs
Ueber den Schulbetrieb und die Lehrpläne der Lateinſchule
iſt Folgendes kurz zu ſagen: Die Schlitzer Schule hatte ſeit der Reformationszeit drei Knabenklaſſen und eine, ſpäter zwei Mädchen⸗ klaſſen. Die Lehrer derſelben waren der Rektor(Lateinklaſſe), der Kantor und der Tertius, ſowie der, ſpäter die Mädchenſchull⸗ meiſter. Auch die Kantoren waren vor dem 30jähr. Kriege ſtudierte Theologen, ja der Schlitzer Kantor gab noch im Jahre 1 700 Lateinunterricht. Die Rektorſchule, in der auch der Kantor unter⸗ richtete, hatte eine deutſche und eine lateiniſche Abteilung, die durch den Kenntnisſtand der Schüler bedingt war. Der heute wieder betonte Grundſatz, daß jedem begabten Schüler eine höhere Bildung zugänglich gemacht werden ſollte, auch wenn er ſpäter Handwerker oder Landwirt wird, war hier in älteſter Zeit bereits muſtergültig durchgeführt.


