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VI. Geschichte der Anstalt.
Bei der in üblicher Weise ausgestalteten Verfassungsfeier am 11. August 1926 hielt in diesem Jahre Studienrat Haas die Festrede. Die Bedeutung Pesta- 102z2is für das deutsche und preußische Erziehungswesen kennzeichnete Studienrat, Schreiner in der Feier vom 17. Februar 1927 durch eine längere Ansprache, die von Rezitationen aus Pestalozzis Werken und geeigneten Gesängen eingerahmt war. Die Beethovenfeier am 26. März 1927 gab unserem Schülerorchester eine be- sondere Gelegenheit, sein Wollen nnd Können auf dem Gebiete Beethoven'scher Musik zu erweisen; die Gedächtnisrede hielt Oberschullehrer Hoffbauer. Im Anschluß an die am 23. Dezember 1926 veranstaltete kleine Weihnachtsfeier übergab der Direktor wieder den Preisträgern beim Schulturnfest und bei den Reichsjugendwett- kämpfen die ihnen zuerkannten Ehrenurkunden.
Am 18. Januar 1927 fanden sich die Mitglieder der Kollegien der hiesigen Volks- schule, des Lyzeums und der Oberrealschule in unserem Festsaal zu einer beson- deren Feier zusammen. Es galt Abschied zu nehmen von dem bis- herigen Bürgermeister der Stadt Oberursel, Herrn Josef Füller. Bürgermeister Füller, der von dem Recht der erreichten Altersgrenze Gebrauch machend am 1. Januar 1927 in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist, hat ja von Anfang an den Schulen seiner Gemeinde größtes Interesse bezeigt und mit nie ruhender Tat- kraft auch für die höheren Schulen und damit für unsere Anstalt getan, was er tun konnte. So war es selbstverständlich, daß er seine Abschiedsworte in tiefer Bewe- gung zu den Versammelten sprach. Der Direktor der Oberrealschule antwortete da- rauf für die Gesamtheit der Versammelten mit dem Ausdruck herzlichen Dankes für alles das, was Herr Füller an Oberursels Schulen getan, und verband damit die B e- grüßung des nenen Bürgermeister, Herrn Horn, der alsbald das Wort ergrifl, die Damen und Herren der 3 Kollegien zu begrüßen und seinen festen Willen zu bekunden, im alten Geiste das Wohl der Schulen allen Zeitschwierigkeiten zum Trotz stets zu fördern. Wohl ein Wechsel in der Person an der Spitze des Patronats, aber nur ein Markstein in der gesunden weiteren Aufwärtsentwicklung unseres ge- samten Schulwesen— das war das Gefühl und der Inhalt der eindrucksvollen Feier.
Der im November 1925 gegründete„Musik und Turnverein“ hat sich bisher gut entwickelt. Das von ihm veranstaltete Schulturnfest am 28. August 1926 nahm, von herrlichem Wetter begünstigt, in allen Teilen einen erfreulichen Verlauf. Auch der von dem Verein am 2. Februar 1927 dargebotene musikalische Abend bedeutete nach dem Urteil aller zahlreich erschienenen Besucher eine achtungswerte Leistung und brachte dem Orchester, wie dem Chor und den Solisten reichen und wohlver- dienten Beifall. Die diesjährige Wanderfahrt des Vereins führte die den beiden Primen angehörenden Mitglieder unter Führung des Direktors und der Studienräte Dr. Jilke und Dr. Wenz vom 29. Juni bis 1. Juli 1926 an die Edertalsperre. Die Be- sichtigung des Turbinenkraftwerkes unterhalb der Sperrmauer bei Hemfurt und des Braunkohlenkraftwerkes bei Borken, beide unter fachmännischer Führung der betr. Werks-Direktoren, verbanden sich mit einer Fahrt auf dem See und Wanderungen durch das herrliche hessische Bergland zu einem Gesamteindruck, der in allen Teil- neh mern lange nachwirken wird.


