Ausgaben 1925
Miete(bisher. Satz).. 480 Mk. Inſtandhaltung des Hauſes..... 280„ Heizung und Beleuchtung...... 170„ Sonſtige Betriebskoſten...... 165„ Neuanſchaffungen.. 1365„ Rücklagen. 1000„
3460 Mfk.
Die Koſten für die Verpflegung werden nicht aus der Landheimkaſſe bezahlt. Sie aufzubringen, iſt Sache der ins Landheim gehenden Klaſſen. Der Aufenthalt dauert eine Woche. Vor der Abreiſe händigt jede ſich beteiligende Schülerin ihrem Klaſſen— führer, der in der Regel als Führer mitgeht und nur ausnahmsweiſe einmal vertreten wird, 10 Mk. ein, mit denen die Koſten für Verpflegung, Bahnfahrt und Gepäckbeförderung beſtritten werden. Das Koſt— geld ſtellt ſich demnach auf 1.35 Mk. täglich. Nach einer mir vorliegenden überſichti) iſt dieſer Satz niedriger als in den meiſten anderen beſtehenden Heimen(der höchſte iſt 3.50 Mk.), nur vereinzelt wird ein noch geringerer Betrag verbraucht.
Das tägliche Verpflegungsgeld von 1.35 Mk. reicht aus für eine gute, kräftige Landkoſt, die wohl— ſchmeckend genug iſt, um auch verwöhntere Kinder zufriedenzuſtellen, andrerſeits aber ſo preiswert, daß die Koſten eines Landaufenthalts für niemand ein allzu großes Opfer bedeuten. Auf bedürftige Kinder wird wiederum Rückſicht genommen. Sie brauchen je nach ihren Verhältniſſen das Verpflegungs⸗ geld nur zum Teil zu bezahlen oder können ganz um— ſonſt mitgehen. Einen Zuſchuß leiſtet, wenn nötig, die Landheimkaſſe. Dankenswerter Weiſe hat uns letztes Jahr ein wohlmeinender Gönner hierfür Be⸗ träge zur Verfügung geſtellt. Wir haben die Hoff— nung, daß auch der Staat uns einmal Zuſchüſſe ge— währen wird, ſteht doch unſere vorgeſetzte Behörde unſeren Beſtrebungen äußerſt wohlwollend gegenüber.
Taſchengeld ins Landheim mitzugeben, iſt nicht notwendig und nicht erwünſcht, da es erfahrungs— gemäß doch meiſt in Naſchereien angelegt wird und außerdem leicht Anlaß zu Neid geben, ſowie Gegen— ſätze hervortreten laſſen kann, die im Landheim unter allen Amſtänden vermieden werden müſſen. Für Anſichtskarten kann man allenfalls Freimarken oder
)) Pädagogiſches Zentralblatt 1925, 10. Heft, Sondernummer „Das Landheim“, Seite 471f.
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einen ausdrücklich dafür zur Verfügung geſtellten kleinen Betrag mitgeben.
Mitzubringen iſt außer dem notwendigen Waſch⸗ zeug und Erſatzwäſche ein zweites(nicht zu gutes) Kleid, ein Paar Pantoffeln, zwei Handtücher, ein Küchenhandtuch und an Bettwäſche ein Bettuch, ein überzug und ein Kiſſenbezug. Die Wäſche wird nach Rückkehr zu Hauſe gewaſchen.
Da alle täglichen Arbeiten von den Schülerinnen ſelbſt in durchaus befriedigender Weiſe erledigt werden, können wir eine Wirtſchafterin, wie ſie andere Land⸗ heime haben, entbehren und die Koſten ſparen. Im Intereſſe einer ſtetigen und gleichmäßigen Führung des Betriebes wäre es indeſſen doch wünſchenswert, daß ſtändig eine Aufſichtsperſon im Hauſe weilte. Vielleicht läßt ſich ſpäter auch das einmal ermöglichen. Jetzt ſteht, wenn keine Klaſſe draußen iſt, das Heim völlig leer. Die Abziehenden übergeben dann die Schlüſſel des— blitzblank hinterlaſſenen!— Hauſes unſerem Dorfnachbarn, der während unſerer Ab⸗ weſenheit in liebenswürdiger Weiſe für Aufſicht ſorgt.
Die Lebensmittel kaufen wir im Dorfe ſelbſt von den Bauern und in den Läden, wobei wir möglichſt alle Geſchäfte zu berückſichtigen ſuchen. Wir wiſſen, daß man darauf ſieht und uns als Abnehmer ſchätzt.
Die Reihenfolge der ins Heim gehenden Klaſſen wird am Anfang des Jahres feſtgelegt. Zuerſt wird jeder eine Woche zugeteilt, dann kann ſich, wer will, noch für eine zweite vormerken laſſen. Die ſich am Aufenthalt nicht beteiligenden Schülerinnen werden während der Abweſenheit ihrer Klaſſe in der Parallel— klaſſe mitunterrichtet. Da wir Wert darauf legen, daß keine ſich wegen der Koſten ausſchließt(vergl. oben!), iſt außer in Krankheitsfällen wohl meiſt über⸗ große Ängſtlichkeit der Eltern daran ſchuld. Alle ſollten indeſſen bedenken, welche großen geſundheitlichen und vor allem auch welche erzieheriſchen Vorteile ihr Kind von einem gemeinſamen Landheimaufenthalt hat.
Wir benützen das Heim das ganze Jahr hindurch, im Winter allerdings nur, wenn das Wetter Winter⸗ ſport zu treiben ermöglicht. Da es unſeren Schüler⸗ innen auch in den Ferien offenſteht, haben die Eltern Gelegenheit, ihren Kindern einen billigen Ferien— aufenthalt unter zuverläſſiger Aufſicht zuteil werden zu laſſen. Andere, die verreiſen, ohne ihre Kinder mitnehmen zu können, ſind dankbar dafür, ſie während ihrer Abweſenheit in guter Hut zu wiſſen. Manch—
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