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Das Reform-Realgymnasium und das Realgymnasium alten Stiles unterscheiden sich im wesentlichen nur durch die Aufeinanderfolge der fremden Sprachen. Während in dem alten Realgymnasium mit dem Lateinischen in Sexta, dem Französischen in Quarta, dem Englischen in Unter-Tertia begonnen wird, werden die Schüler des Reform-Realgymnasiums in den drei unteren Klassen nur im Französischen als der einzigen Fremdsprache unterrichtet. Erst in Untertertia kommt das Lateinische und in Untersekunda das Englische hinzu.(Es gilt eben für die drei unteren Klassen des Reform-Realgymnasiums der Lehrplan der Oberrealschule, sodaß beide Anstalten auf einem gemeinsamen Unterbau ruhen). In dem Lateinischen und Englischen wird trotz des späteren Beginnes, Wie dies die Reifeprüfungen an allen Reform- Realgymnasien beweisen, wegen der größeren geistigen Reife und der vorausgegangenen sprachlichen Schulung durch das Deutsche und Französische dasselbe erreicht wie in dem Realgymnasium alten Stiles.
Mit dem Reform-Realgymnasium, dessen Ausbau Ostern 1910 mit der Errichtung der Oberprima abgeschlossen sein wird, bleibt die jetzige Oberrealschule einstweilen verbunden, jedoch so, daß Ostern 1908 die Obersekunda, 1909 die Unterprima und 1910 die Oberprima an die neue Oberrealschule am Zietenring abgezweigt wird. Ostern 1910 wird somit an der Oranienstraße 7 ein ausgebautes Reform-Realgymnasium mit einer sechsstufigen Realschule und einer Vorschule bestehen. Diejenigen Schüler dieser sechsstufigen Realschule, denen die wissenschaftliche Reife für den einjährig-freiwilligen Militärdienst zu- erkannt worden ist, können ohne Aufpahmeprüfung in die Obersekunda der Oberrealschule am Zietenring eintreten.
Die Schüler der Quarta, welche zu Ostern nach Untertertia versetzt werden, haben sonach die Wahl, ob sie in die Untertia der(Ober-) Realschule oder des Reform-Realgymnasiums eintreten wollen.
Zu jeder Auskunft ist der unterzeichnete Direktor an allen Wochentagen von 11— 12 Uhr auf seinem Amtszimmer gerne bereit.
5. Offentliche Prüfung der Vorschule. Freitag, den 16. April.
8— 8 Uhr Klasse 3a: Dreyling. 82 9 ½„„ 3b: Wedesweiler. 9 ⅛— 10 5„ 2a: Schauß.
10 10„„ 2 b: Henxigh.
10 6— 11„„ la: Jaeger.
11 ½— 12 3„ 1b: Hill.
Am Schlußtage(Samstag, den 7. April), sowie an dem„darauffolgenden Sonntage werden die Zeichnungen der Schüler im Zeichensaal(Seitenbau) zur Ansicht ausgestellt sein.
Wiesbaden, den 29. März 1905.
Güth.


