½
Es steigert sich die Kraft, es wächst der Mut, Der ganzen Menschheit Schicksal mit zu zimmern. Wir seh'n gewalt'gen Gangs Propheten schreiten Durch alle Völker und durch alle Zeiten,
Die aus unsäglich schweren Hindernissen
Die Menschheit doch zu sich emporgerissen.
Wo immer einer sich mit Fleiß bemühte
Und, wenn das Schicksal seine Wunden schlug, Als tapfrer Kämpfer sie mit Fassung trug,
Trost suchend, selbstvergessen, in der Güte:
Der weise uns den Weg durch alle Schatten,
Der soll uns lehren, nimmer zu ermatten!
Und bricht das Unglück ein in schweren Wettern, Die Liebstes uns und Herrliches zerschmettern, Daß das Entsetzen bebt durch unsre Mauern Und wir im Innersten zusammenschauern:
Und wird im Menschen selbst der Unmensch frei, Sich brüstend in verkommenster Gemeinheit: Auch dann noch unser mut'ger Glaube sei
Des Edeln Dauer und der Sieg der Reinheit.
Je größre Not, je größer Mitgefühl!
Es überfliegt die Grenzen der Nationen,
Vereint die Herzen der entfernten Zonen,
Wie Glockenschall vom hohen Dachgestühl Ermahnend dröhnet über das Gelände.
Da reichen alle Guten sich die Hände,
Um Berge des Entsetzens und der Schrecken
Mit größeren der Liebe zu bedecken.
Wer zagen will, mag an der Welt verzagen,
Uns soll die mut'ge Arbeit mehr behagen.
Wir wollen auch der Menschheit schweres Ringen Zu einem guten Ende helfen bringen.
N
10


