Wir sehen uns an einer Kette hangen
Mit ihnen noch durch gleichgezieltes Streben. Entschlossen geh'n Geschlechter auf Geschlechter Den schweren Weg in das gelobte Land,
Und schmieden fester, inniger, gerechter
Von Mensch zu Mensch das schöne Bruderband. Und was die treuen Väter uns vermachten, Wofür sie Gut und Blut zum Opfer brachten, jJetzt erst verstehn und achten wir das alles.
Die teuer uns erkaufte Gegenwart,
Ein Schatz ist's, der des würdigen Erben harrt; Des Erben, der zum Opfer des Verfalles
Nicht werden läßt den alten, heil'gen Wert, Nein, der ihn rastlos mühend weiter mehrt.
Nun klären sich die viel verworr'nen Falten
Im Angesichte uns'rer eig'nen Zeit.
Wir ahnen, was sich weiter muß gestalten, Erkennen, was dem Untergang geweiht.
Die Zukunft dämmert auf in tausend Köpfen Und läßt uns Mut zu großem Handeln schöpfen. Wir setzen freudig ein die eigne Stärke
Zum Weiterbauen an der Menschheit Werke!
Sprachen.
(2. Schüler.) Zerstreun die ernsten Lehren der Geschichte Der kleinen Selbstsucht hüllend enge Wolke, Daß sich der Mensch zuwende seinem Volke Und über sich hinaus die Blicke richte, So zeigt sie ihm die andern Völker wieder Auch nur als eines größern Ganzen Glieder. Denn was die Völker trennt, in blutigen Wirren Sie hassend, mordend aneinander bringt, Es ist ja auch nur menschlich trübes Irren, Das eine weisere Vernunft bezwingt.


