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Zuerſt berichtet er über die„ökonomiſche Einrichtung des Seminars“:
„Swei Seminarlehrer, im Inſtitut verpflegt, ſpeiſen gleichzeitig, von den Präparanden umgeben, wie im Familienkreiſe das Häufchen Kinder um den Vater ſitzend die zugetheilte Speiſe. Auch hier überzeugen ſich die Lehrer vom anſtändigen Benehmen ihrer Pflege⸗ befohlenen und von den gebührenden Leiſtungen des Koſtgebers. Sie freuen ſich der Eßluſt geſunder kräftiger Leute... Nicht Wein und Bier, ein Arug friſches Waſſer ſieht man auf dem Ciſch der Seminariſten.. Der Präparand bezahlt, beim gegenwärtigen hohen Preiſe der meiſten Lebensmittel 20 Kreuzer. Dafür erhält er Frühſtück, Mittag⸗ und Abendeſſen. Das ſog. Vieruhrbrod, mehr unter den arbeitenden Klaſſen gebräuchlich, unter⸗ bricht unſre Lehrſtunden nicht.
Da die Anweſenheit im Seminar in der Rundzahl ungefähr zwanzig Monat dauert; ſo wird für die Bildung zum Lehramte wenn ſich der Aſpirant in der Heimath, oder in dem väterlichen Hauſe vorbereitet, ein Capital von nicht mehr als zweihundert Gulden angelegt, nebſt einigen Auslagen für Bücher, Muſicalien und andre Lehrmittel“.
Bezüglich der Aufnahme der Präparanden erfahren wir, daß dieſe das 16. Jahr zurückgelegt haben müſſen, aber auch ältere Schüler ſogar bis zu 30 Jahren werden aufgenommen. Doch ſcheinen die Er⸗ fahrungen mit dieſen keine beſonderen zu ſein.
„Melden ſich angeſtellte Lehrer, ſo wird dieſem lobenswerten Drang nach Vervoll⸗ kommnung mit zuvorkommender Bereitwilligkeit entſprochen“.
Die Tagesordnunag der Seminariſten wird, wie folgt, aeſchildert:
„Die Söglinge werden aus dem Schlaf geweckt, daß ſie im Sommer um fünf, im Winter um ſechs Uhr im Lehrſaal zuſammentreffen, um ſich durch Privatſtudien zu dem baldigen Unterricht vorzubereiten“.
„Nach dem Frühſtück führt die Ordnung in die Seminarkirche... DVon 8—12 Uhr wird Unterricht erteilt... Nach dem gemeinſchaftlichen Mittagsmahle und kurzer Erholung wird der Unterricht von 2—5 fortgeſetzt...... Von da bis zum Nachteſſen iſt dem Schüler Zeit geſtattet zu Wiederholungen, zum Nachſchreiben, zu Clavierübungen etc. Auf den Glockenſchlag verſammeln wir uns um s Uhr noch Einmal, um die auf jeden CTag berechnete Vorleſung aus„Sturms Betrachtungen über die Werke Gottes im Reiche der Natur“ herausgegeben von Dr. Galura anzuhören..
Dem inneren Trieb folgend, im Hinblick auf den verfloſſenen und kommenden Tag, und im Bewußtſeyn der Nothwendigkeit beſchäftige ſich der HSögling nun in unge⸗ ſtörter Stille bei dem Scheine der Lampe, bis ihn das natürliche Bedürfniß nach Ruhe anwandelt und ſich das Auge zum Schlafe ſchließen will“. 3.
„An zwei Machmittagen, wenn heiter der Himmel lächelt, ruhen die Studien... Der Sonn⸗ und Feſttag wird, wie in der ganzen Chriſtenheit heilig gehalten..... Die Seminariſten nehmen Antheil an dem, morgens für die Schuljugend der hieſigen Pfarr⸗ gemeinde in der Seminarkirche eingeführten Gottesdienſte..... Wohnt der Präparand dem nachmittägiſchen Religionsunterrichte bei, und hat er die ſchriftlichen Arbeiten, von den Lehrer der Realien erteilt, entſprochen, ſo iſt den Forderungen des heiligen Tages entſprochen.
Drei Mal im Jahre wird mit ihnen die Feier des heiligen Abendmahles nach katholiſchem Kult begangen.
Ausgänge in die Stadt, oder fernerhin, eine Privatangelegenheit zu beſorgen, werden nur auf beſondere Anfrage und Eröffnung des Beginns mit Vorſicht geſtattet und der ungefähre Zeitpunkt der Rückkehr beſtimmt. 5
Wir ſehen es gerne, wenn der Präparand anſtändig und reinlich, mit einer gewißen nicht manirirten Nettigkeit gekleidet iſt. Es würde ſich jeder der rügenden Bemerkung ausſetzen, der in überſpannter Putzſucht befangen, dem Luxus fröhnend, in zu koſtſpieligen Anzügen wie auf Stelzen einherſchritte.
Den Tabaksqualm können wir im Seminar nicht ertragen. Zudem iſt das ſpärliche Geld für ein Buch, für Muſicalien und andere Lehrmittel weit zweckmäßiger verwendet, als wenn es auf dem Opferherde des blaſſen oder ſchwarzen Reiters auflodert. Die entbehrliche Baarſchaft wandle eher in einen vaterländiſchen Buchladen, als in das Ausland nach St. Juan de Porto Rico.... 1
Bis dahin hatten wir keinen eigentlichen Straf⸗Codex, bedurften deſſen nicht, Lob⸗ ſchon man der Behauptung keinen Glauben ſchenken würde, daß wir aller Strafmittel überhoben blieben...... Wagt die jugendliche Leichtfertigkeit danach einen Seitenſprung von dem Pfade der beſtehenden Ordnung; ſo wird ſie durch ernſt rügende Ermahnung in


