7.„Hn ſtändigen Beiträgen“ „Aus Großh. Haupt⸗Staats⸗Caße die gnädigſt bewillig⸗
ten Beitragsgelder 600 fl.“ „Aus dem Schulfond dahier an Verpflegungsgelder für Herrn Dr. Ries 400 fl.“
Mit dem Auszahlen dieſer Gelder haperte es öfter, denn in einer Urkunde vom 26. Auguſt 1825 heißt es:„Der Großherzogl. Seminardirektor Prof. Rieß zu Bensheim hat beſchwerend angezeigt, daß ſeine Beſoldung ſeit dem 28. Okt. v. Js. rückſtändig ſey, und er nunmehr 650 fl guthabe“.
Mangelndes Entgegenkommen von ſeiten der Stadt Bensheim liegt aber nicht vor, ſondern die Urſache iſt, daß beim Rechner des Benefiziaten⸗ und Schulfonds eine ganz unglaubliche Schlamperei war, waren doch Ausſtände an Kapitalien 20 Jahre lang nicht eingezogen worden.
Allerdings waren ſonſt die Beziehungen zwiſchen Seminar und Bensheim im Anfange nicht gar roſige.
Zunächſt brach ein Streit wegen des Waſſerrechts aus, der erſt durch einen Vergleich von 1829 geſchlichtet wurde. Darin heißt es z. B.:
1.„Das Seminar läßt auf ſeine Koſten von der an der Hofmauer laufenden Waßerdeichel einen Arm anbringen, welcher in den Hof reicht.
2. An dieſem Arm wird ein Arahnen angebracht, aus welchem Waßer entweder in den untergeſtellten Zuber, oder in dem in
1000 fl.
eine Vertiefung eingeſenkten, hechſtens drei Ohm haldenden
Sarg, fließt.
. So oft Waſſer abgezapft iſt wird der Krahnen geſchloſſen.
4. Wenn außer dem gewöhnlichen Trink⸗ und Kochwaſſer für die übrigen Bedingniße des Seminars das Waſſer an größerer Quantität abgelaſſen wird, ſo geſchieht dies durch Krahnen⸗Oeff⸗ nen zur Nachtzeit.... überhaupt darf aber nie auf eine Nacht mehr als einmal, der zu drei Ohm angegebene Sarg ge⸗ füllt werden“..
Ein ähnlicher Streit entſtand wegen der Holz lieferung in jener Zeit.
Bis 1823 hatte die Stadt Bensheim jährlich 12 Klafter Holz an das Seminar, wie früher den Kapu⸗ zinern, geliefert, ſich dann aber geweigert. Es kam zum Prozeß, der erſt im Jahre 1840 zu ungunſten des Seminars entſchieden ward, das die Koſten von 163 fl. 30 kr. zahlen muß.
.„Hn unſtändigen Beiträgen“
darunter einige recht intereſſante z. B.:„Aus 6 Malter
Spelz. welche H. Pater Quardian für gelieferte Hoſtien
aus der Pfarrei und Hoſpitalkirche bezog, und dem
Seminar freiwillig überlaßen wurden, erlößt 24 fl.“
Man hatte alſo noch teilweiſe Naturalwirtſchaft. Der alte Quardian machte ſich darnach noch durch Hoſtienbacken nützlich; er ſcheint mit dem Seminar
91
452 fl. 17 kr.


