Aufsatz 
Eine Schillerrede
Einzelbild herunterladen

3

an eine Zukunft des Edlen glaubt und mit all seinem Ringenfrüher oder später den Widerstand der stumpſen Welt besiegt; jene veredelte Freude, die am Göttlichen ihren Lebensfunken immer wieder entflammt, wenn die Sumpfgase sie ersticken wollen, die neidlos der Gemeinschaft dient und die Seele so adelt, daß sieauch das be schränkteste Geschäft und den kleinlichsten Gegenstand in ein Unendliches verwandelt! Balten wir an ihnen fest, vertiefen wir uns, angeregt durch all unsere Festfeiern, aufs neue in Schillers Werke, lesen wir sie, anstatt nur über sie zu lesen, anstatt nur von ihnen zu höõren und sie zu loben; dann hat er nicht umsonst gelebt: er lebt noch heute, und wir dürfen von ihm sagen:

Reiner nehm ich mein Leben von deinem reinen Altare,

Nehme den fröhlichen Mut hoffender Jugend zurück.

Dann bleibt er auch weiter nicht nur unser persönlicher Erzieher zum Guten, sondern auch der unseres Volkes. Denn nicht zurück zu Schiller, heißt die Losung, sondern aufwärts und vorwärts zu ihm,

Damit das Gute wirke, wachse, fromme; Damit der Tag dem Edlen endlich komme.