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der wieder mit muſtergiltigen Schöpfungen in des Andern Gebiet angeſiedelt, Schiller auch ein großer epiſcher und lyriſcher, Göthe ein großer dramatiſcher Dichter iſt. Beide zuſam⸗ men bringen die Poeſie in ihrer Totalität zur Erſcheinung. Göthe iſt nach Schiller der naive Dichter, in dem das vollendete Ganze der Menſchheit durch eine Gunſt der Natur urſprünglich ſchon vorhanden iſt, und Der, indem er als ungetheilte Einheit wirkt, nur der einfachen Natur und Empfindung folgt. Sich ſelbſt zeichnet Schiller als einen ſentimen⸗ taliſchen Dichter, der jene durch Kultur in ihm aufgehobene Harmonie zwiſchen Sinn und Vernunft auf dem moraliſchen Wege wiederherzuſtellen ſucht.„Wer aber, ſagt Gervinus, zwiſchen dieſen Dichtern und ihren Lebensrichtungen ausſchließend wählt, der will ſich leicht⸗ ſinnig zwiſchen zwei Beſitzungen theilen, die nicht Einer erobern konnte, wohl aber, nachdem
ſie erobert ſind, Einer beſitzen kann.“


