Johann Karl Schuller stammt, wie schon sein Hame sagt, aus einem alten Schulmeister⸗ geschlecht. Kurz nach der Reformation war einer seiner Vorfahren aus eidenbach im Burzen- lande als Schullehrer nach Zendersch gegangen. Seine Hachkommen dienten bier und in den übrigen untertänigen Gemeinden des dmkreises erst als Lehrer, später in Ansehn und dlürde steigend als Pfarrer. Sein Grossvater Christian Schuller war Pfarrer in Bogeschdorf, wo auch sein Vater Johann Georg Schuller zur(elt gekommen ist. Dieser hat nach Beendigung seiner Gymnasialstudien in Hermannstadt und nach 4 ½ jähriger gründlicher Vorbereitung auf deutschen Universitäten hauptsächlich als Lehrer und Konrektor am Gymnasium in hermannstadt und als Pfarrer in Heltau und Grosscheuern gewirkt. Seine umfassende Bildung, seine strenge Berufstreue und mustergültige Gewissenhaftigkeit haben ihn manche Ehrenstelle erreichen lassen. Lange Jahre hindurch ist er Dechant des Hermannstädter Kapitels und Ilitglied des Oberkonsistoriums gewesen und hat in beiden Umtern hervorragendes geleistet. 1830 ist er in Grosscheuern gestorben, sein Indenken aber ist noch viele Jahre hindurch in weiten Kreisen geehrt worden.
Es ist notwendig, sich das Bild dieses Ilannes vor Bugen zu halten, wenn man die Faktoren erkennen will, die auf Johann Karl Schullers Charakterentwicklung bestimmenden Einfluss ausgeübt haben, notwendig vor allem auch deshalb, weil uns aus seiner Kindheit kein einziger Zug erbalten geblieben ist, der uns sein qéerden und dachsen erkennen liesse.
Geboren am 16. März 179 འin Hermannstadt als der älteste von vier Söhnen und einer Tochter, kam er schon im 4. Lebensjahre mit dem zum Pfarrer promovierten Vater nach heltau. hier wuchs er heran in der warmen Htmosphäre des sächsischen Pfarrhauses, geleitet von der festen hHand des Vaters. hier hat er— wohl von dem ernsten Manne selbst— den ersten Unterricht erhalten und war durch sein Beispiel zu Pflichtbewusstsein und rbeitsfreudigkeit erzogen worden. Über in den Arbeitsernst, zu dem er in des Vaters Studierstube angeleitet wurde, leuchtete der beitere Sonnenschein des Landlebens, dufteten die Blüten des heltauer Paradieses, grüssten die majestätischen Spitzen der naben Gebirge. Und wenn Schuller neben der Arbeit in Beruf und lWissenschaft auch gern zur Leier griff und seinen Gefühlen dichterischen Busdruck gab— die Keime des dichterischen Empfindens haben sich gewiss schon hier in der reizvollen mgebung in seine Brust gesenkt. Bis in das hobe Blter hat er sich immer wieder bingezogen gefühlt nach der heimat seiner Kindheit, und auf der Iliichelsberger Burg hat er vergangener Tage gedacht und gesungen:
Ich sass da droben und schaute Von wonniger Lust erfüllt
Fern in dem Tale mein Heltau Und seliger Kindbeit Bild.
Und auch die Beziehungen zu den Bewohnern, zu Kameraden und Spielgenossen hat er gern wach erhalten und gepflegt.. II ¹


