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erwartungsvoll entgegenſehen, nicht zu kauben, fand die veueinichaſaniche Wanderung nach dem Brehm am 14. Juli ſtatt.
8. Die Schulfeier des Geburtstages Sr. Majeſtäͤt des Königs am 15. October ſchloß ſich unmittelbar dem liturgiſchen Feſtgottesdienſte in der St. Nicolai⸗Kirche, an welchem Lehrer und Schüler Theil nahmen, an. In Folge der bedenklichen Nachrichten, die gerade in dieſen Tagen über die
ſchwere Prüfung, welche der Königliche Herr zu erdulden hatte, eingegangen waren, hatte ſich der Gemüther Aller eine ſehr ernſte und beforgliche Stimmung bemächtigt. Dieſe Stimmung fand in dem religiöſen Theile der Schulfeier ihren Ausdruck, und in dem Gebete richteten wir die inbrünſtige Bitte zu Gott, daß er gnädiglich die Gefahr von dem theuren Haupte unſeres Königs abwenden und dem geliebten Landes⸗ vater bald ſeine volle Geſundheit und Kraft wiedergewähren wolle. Deklamationen und die Feſtrede bildeten den zweiten Theil der Feier. Ein Cyelus aus den geharniſchten Sonetten von Friedrich Rückert fährte Deutſchlands Erniedrigung und Erhebung in ſcharfen Zügen vor und bildete ſo die Vorbereitung zu der Rede des Lehrers Rathmann, die denſelben Gegenſtand behandelte. Nach einer Schilderung der Zeit vor der Schlacht bei Jena betrachtete der Redner das damals über unſer Vaterland hereinbrechende Unglück als eine Prüfungsſchule und ein Läuterungsfeuer und zeigte, wie ein allmähliger Umſchwung zum Beſſern ſich auf allen Gebieten angebahnt habe, und endlich der heimlich genährte Funken in dem Jahre 1813 zu hellen Flammen angefacht und ausgebrochen ſei. Dabei nahm er Gelegenheit, die perſönlichen Beziehungen Sr. Majeſtät des Königs zu jener Zeit zu berühren und hervorzuheben, wie gerade jene Jahre einen unauslöſchlichen und durch ſein ganzes Leben hindurchgehenden Eindruck er barwag wfen und binseriaſſen hätten. Die Nriet Acbloß lit den er Neſgeilngtn der Erſen Geſangllaſen
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9. Das T.grar, Gp iegtum. beſteht ſeit dem 1. Juli aus den i in der Ucherſcht(S. 033) cuf⸗ geführten Lehrern. An dieſem Tage ſchied nämlich der bis dahin interimiſtiſch fungirende Candidat des höheren Schulamts Karl Schwarz aus ſeiner Stellung an der Realſchule wieder aus, um zunächſt zur Kräftigung ſeiner Geſundheit in feine Heimath zurückzukehren. Uuſere herzlichen Wünſche begleiten ihn; möge er bald ſeine volle Kraft wieder erlangen und eine ſeinen Fähigkeiten entſprechende Wirkſamkeit finden! An ſeine Stelle trat der Candidat des höheren Schulamts Anton Praſſer. Die Königliche Regierung übertrug demſelben durch Verfügung vom 20. Juli, auf die Präſentation des Magiſtrats und in Folge des Miniſterial⸗Reſcripts vom 14. ejusd., die Verwaltung der erledigten Lehrerſtelle für Mathe⸗ matik und Naturwiſſenſchaften zunächſt proviſoriſch und veranlaßte den Director, ſeine Vereidigung und Einführung in das ihm übertragene Amt zu bewirken. Beides Ltithte in egencatt ſamntiher ohuke am 8. Auguſt.
Friedrich Anton Praſſer, geboren zu u Halle⸗ a. d. S. am 22. Mai 1831, evangeliſcher Eonfeſ ſion, erhielt ſeine wiſſenſchaftliche Vorbildung auf der lateiniſchen Hauptſchule der Franke'ſchen Stiftungen, welche er im Jahre 1851 mit dem Zeugniſſe der Reife verließ, um auf der Univerſität Halle⸗Wittenberg Mathematik zu ſtudiren. Er gehörte dieſer hohen Schule von Oſtern 1851 bis Oſtern 1855 an, unter⸗ richtete ſeit Michaelis 1855 als Hülfslehrer an der Realſchule zu Halle und trat, nachdem er die Prüfung pro fac. doc. im Mai 1857 beſtanden hatte, an die hieſige Realſchule über. Sein mit Freundlichkeit ge⸗ paartes kräftiges Auftreten hat ihm hier bald die Zuneigung ſeiner Schüler verſchafft, und das Intereſſe, mit welchem er die Naturwiſſenſchaften beim Unterrichte behandelte, hat die Schüler namentlich für die Beſchäftigung mit der Phyſik lebendig angeregt und ſie in ihren Kenntniſſen weſentlich gefördert. Leider wird, nachdem er ſich kaum in die Verhältniſſe unſerer Realſchule eingelebt hat, ſeine Wirkſamkeit an der⸗ ſelben ſchon zu Oſtern ihr Ende erreichen, indem er einer an ihn ergangenen Berufung an die höhere


