Aufsatz 
Schillers Wallenstein, für den Unterricht behandelt
Entstehung
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6. Die beiden Jaͤger und der Wachtmeiſter. Der Wachtmeiſter thut ſich etwas daranf zu gute, daß er in der Nähe des Feldherrn lebe. Der zweite Jäger rühmt das wilde Leben der Holkiſchen Schaaren. Der erſte Jäger erzählt, wie er von den Schweden zu den Liguiſten und von da zu den Sachſen gegangen ſei, wie er es aber nirgends lange ausgehalten habe; in dem Heere des Friedlaͤnders ſei es aber ganz anders: da herrſche ein Geiſt, der auch den unterſten Reiter mit fortreiße; da ſtehe der Soldat in Anſehn. In dem Lobe Wallenſteins ſtimmen alle überein. Es wird ausgeſprochen, daß er das Kommando ganz unabhaͤngig vom Kaiſer führe; daß er von den Soldaten zwar unbedingten Gehorſam fordere, ſonſt aber ihnen alles geſtatte; daß ihm das Kriegsglück nie fehl ſchlage; daß er kugelfeſt ſei, die Zukunft in den Sternen leſe, häufig des Nachts mit einem grauen Männ⸗ lein verkehre und ſich dem Teufek übergeben habe.(In Wallenſteins Heere herrſcht der rechte Soldatengeiſt: da iſt Ordnung und Freiheit zugleich, und der Soldat hält auf Chre; Wallenſtein iſt aber auch ein Feldherr, der das Kommando verſteht, wie kein and erer.) 4

7. Ein Rekrut und ein Bürger; der Wachtmeiſter und einige andere Soldaten. Ein Rekrut, der ſich eben hat anwerben laſſen, kommt und ſingt ein Soldatenlied, und ein Bürger ſucht ihn von dem Soldatenſtande zurückzuhalten. Die Soldaten aber ſtellen die bürgerlichen Beſchäftigungen als erniedrigend dar und preiſen ihnen gegenüber das Soldatenleben. Der Wachtmeiſter hebt hervor, daß jetzt aus dem Soldaten alles werden könne, und führt Buttler und Wallenſtein ſelbſt als Beiſpiele an. Dabei erzählt der erſte Jäͤger ein Stückchen aus Wallenſteins Studentenlehen.(Die bürgerlichen Be⸗ ſchäftigungen werden von den Soldaten verachtet.)

Der zweite Jäger hat unterdeſſen mit der Aufwaͤrterin zu ſchaͤkern angefangen; der Dragoner will es verhindern, wird aber von den anderen derb darüber zurecht gewieſen.(Die lockeren Sitten des Soldatenſtandes; zugleich Vorbereitung des Folgenden.).

8. Ein Kapuziner und die Soldaten. Prager Bergknappen treten auf und fpielen einen Wal⸗ zer. Mitten im Tanze kommt ein Kapuziner hinzu und hält den Soldaten eine heftige Strafpre⸗ digt. Die Soldaten hören alles ruhig mit an, als er aber auf Wallenſtein zu ſchelten anfängt, da wollen ſte ihm zu Leibe; nur die Kroaten ſchützen ihn.(Ein Kapuziner ſchilt die Gottloſ igkeit und Sittenloſigkeit der Soldaten.) nna 1

9. Erſter Jäger und der Wachtmeiſter. Lärm im Zelte. Eine Aeußerung, die der Kapuziner gethan hat, giebt Anlaß, daß der Wachtmeiſter einige Eigenthümlichkeiten Wallenſteins mittheilt. Im Zelt entſteht Lärm, weil der Bauer beim falſchen Spiel ertappt iſt.(Ueber⸗ gang von 8 zu 10.).. e 25 0 8r

10. Soldaten bringen den Bauer geſchleppt. Sie wollen den Bauer zum Profoß bringen, damit er gehängt werde. Ein Arkebuſier(ein Deutſcher) eutſchuldigt ihn, indem er darauf aufmerkſam macht, daß die Bauern durch den Kriegsdruck zur Deſperation gebracht worden ſeien, wird aber von den anderen verächtlich zurück gewieſen.(Die Bauern werden durch den Druck des Krieges zur Verzweiflung gebracht, und dadurch zum Betruge und zum Stehlen verführt. Vergl. d. 1. Auftr.)

111. a) Der erſte Küraſſter befreit den Bauer. Ein Küraſſier kommt dazu und befreiet den Bauer durch ſein entſchiedenes Auftreten; er gehört zu dem Pappenheimiſchen Corps, welches vor den anderen Truppen etwas voraus hat(Wahl des Oberſten, eigene Juſtiz), und das Wallenſtein beſonders liebt.(Die Pappenheimer zeichnen ſich vor den anderen Truppen durch Tapferkeit und Selbſtgefühl aus

und haben auch manche Vorrechte vor den übrigen.) b) Ein anderer Küraſſier bringt die Nachricht, daß 8000 Mann Reiterei in die Nieder⸗ lande geliehen werden ſollen; darüber gerathen alle in große Aufregung. c) Der Wachtmeiſter ſetzt auseinander, daß das Anſehn des Heeres und der Soldaten ſeinen Grund in ihrer großen Maſſe habe, und daß die Furchtbarfeit des Heeres und die Un⸗