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9) v. 6ten Mai ej. Mittheilung des Miniſterial⸗Befehls, nach welchem zum Ju⸗ ſtiz⸗Dienſt ſolche Kandidaten nicht ferner zugelaſſen werden ſollen, welche die Schule mit unreifen Kenntniſſen, namentlich in der lateiniſchen Sprache ver— laſſen, und auch die Univerſitaͤtszeit nicht dazu benutzt haben. Zu dem Zweck ſollen die Pruͤfungen der Rechts⸗Candidaten in lateiniſcher Sprache geſchehn.
10) v. 7ten Juni ej. Mittheilung des Miniſterial-Befehls, daß die Direktoren oder Rektoren der Gymnaſien von jetzt an keinen Schuͤler eines andern Gym— naſti eher aufnehmen ſollen, als bis derſelbe von Seiten des Direktors oder Rek⸗ tors der bis dahin von ihm beſuchten gelehrten Schule das erforderliche Zeugniß beigebracht hat, in welchem die Klaſſe, in welcher er bei ſeinem Abgange gewe⸗ ſen iſt, und der Grad ſeiner Kenntniſſe und Faͤhigkeiten, ſo wie auch alles des— jenigen, was ſich auf ſeinen Fleiß und auf ſeine religioͤſe und ſittliche Bildung bezieht, genau und beſtimmt angegeben ſein ſoll.
1 1) v. 19ten Juli 1826. Betrifft das Maaß der Kenntniſſe und Fertigkeiten, wel— ches kuͤnftig die in die unterſte Claſſe eintretenden Schuͤler beſitzen ſollen. Kuͤnf— tighin ſoll naͤmlich jeder in die unterſte Claſſe Neuaufzunehmende:
a) mit den Hauptbegebenheiten der bibliſchen Geſchichte gut bekannt ſeyn, und fuͤr die Hauptlehren des Chriſtenthums klare und deutliche Ausſpruͤche der Schrift, die er auch auswendig weiß, anzufuͤhren im Stande ſeyn;
b) in der Kenntniß ſeiner Mutterſprache ſo weit geſoͤrdert ſein, um dieſelbe, ſowohl in deutſcher als lateiniſcher Schrift, richtig, fertig und mit eini— gem Ausdrucke leſen, leichte Erzaͤhlungen, Fabeln ꝛc. ꝛc verſtehen und das Dictirte mit einiger Fertigkeit und mit Vermeidung grober Fehler ge— gen die Rechtſchreibung niederſchreiben zu koͤnnen; wogegen die Kenntniß der Elemente fremder Sprachen nicht allein nicht zu fordern, ſondern auch nicht einmal zu wuͤnſchen, in Hinſicht der erſten allgemeinen Sprachbe⸗ griffe aber zu verlangen iſt, daß ſie an der Mutterſprache entwickelt und geuͤbt ſeyen;
c) die erſten Zahlenbegriffe und Zahlenverhaͤltniſſe richtig aufgefaßt, und auf die ſogenannten vier Species, die einfache Regeldetri in ganzen Zah⸗ len, ſo wohl im Kopfe als auf der Tafel anzuwenden gelernt haben, auch mit den Vorkenntniſſen zu der Bruchrechnung nicht unbekannt ſeyn;
d) im Schoͤnſchreiben bereits einen guten Grund gelegt haben, und
e) in der Entwickelung ſeiner Verſtandeskraͤfte und deren Anwendung ſo weit vorgeruͤckt ſein, um leichtere Begriffe, wie ſie den Elementen der Sprache, der Zahlen und Raumlehre zum Grunde liegen, auffaſſen zu koͤnnen.


