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sich keinen Schaden bringen könne. Wenn endlich die jetzige Einrichtung der Stadien dem Geiste ächter Wissenschaftlichkeit auf den Universitäten entgegenwirken soll, so beweisen Die, welche Solches behaupten, nichts weiter, als däss sie entweder den jetzigen oder den chemaligen Zustand der Universitäten nicht kennen; sonst würden sie wissen, dass vor dem Prüfungsgesetze von 1812 von wissenschaftlichem Sinn und Treiben auf Schulen und Univer- sitäten in mehr als einer Provinz des preussischen Stauts fast keine Spur zu entdecken war; und dass dies Gesetz wie ein Zauberwort Lehrer und Lernende mit nie gekanntem Eifer er- füllte. Dass Alle, ja nur die Meisten aus innerem Triebe und mit uneigennützigem Streben den Studien obliegen, ist scit dem Anbeginn der Dinge nicht erreichbar gewesen und jetzt am wenigsten, wo die Loosung heisst: o cives, cives, duaerenda pecunia primum est, virtus post numos, d. h. zu Deutsch: Die Eltern sähen am liebsten, wenn iire Söhne mit vierzehn Jahren Studenten würden, um im zwan- zigsten ein Amt zu habenz denn wem Gott ein Amt giebt, dem giebt er auch Verstand. 3
3. Auchi in dem abgewichenen Schuljahre ist der Geist und das Streben unserer Schü- ler im Ganzen durchaus löblich unb zufriedenstellend gewesen, wenn auch einige Herbstmo- nate hindurch die beiden untersten Klassen in ihrem Betragen wesentlich zurückkamen. Seit längerer Zeit ist auch hier keine Ursache zum Tadel gefunden worden. Strengere Strafen sind während des Jahres nur höchst selten verhängt worden und Leine wegen Rohheit, Widersetzlichkeit oder Unsittlichkeit. Ein Sextaner wurde wegen eines ausserhall, der Schule begangenen Vergehens verwiesen, dä sich jedoch mildernde Umstände Rerausstellten, nach zwei Monaten wieder aufgenommen; ein anderer musste wegen hartnäckiger und viel- fach wiederholter Lügen entfernt werden; ein Quintaner wegen ruchtbar gewordener, jedoch ausser der Schule verübter Entwendungen. Auch die häusliche Beaufsichtigung unserer Schü- ler ergab nichts Pflicht- und Gesetzwidriges Dei ihnen. Wie wissen zwaur schr wohl, dass Manche über sie in Diesem und Jenem klägen: genauere Nachforschungen haben jedockh alle- mal gezeigt, dass weder Zeit, noch Ort, noch Gegenstand, noch Personen angegeben werden konnten und das Ganze auf leeres Gerede kinauslief. Auch wird den Schülern des Gymna- siums Manches zur Past gelegt, was allerlei andere Schüler und Nichtschüler begehen. Die Anstalt wird es mit dem grössten Danke erkennen, wenn bestimmter und begründeter Tadel gegen ihre Zöglinge bei inr selbst zur rreichung der Abhülfe angebracht wird; blosse Klätschereien müssen ihr gleichgültig sein.
4. Privatlektüre. Die Primaner, beaufsichtigt von dem Direktor, lasen den Scliluss des fünften Buches und daâs sechste der Ilias, und verschiédene Bäücher des Livius; die Sekundaner, beaufsichtigt vondem Konrektor und dem Dr. Schmalfeld, das dritte und vierte Buch der Aeneide und das erste der Anabasis; die Tertfaner, unter Leitung des
Pr. Mönch, einige Lebensbeschreibungen des Nepos und das erste Buch des Justinus-
5. Die in dem frühern Programm erwähnte Vorbereitungsklasse ist nicht zu Stande gekommen, vorzüglich weil die Erlaubniss des Königlichen Provinzialschnlk Gfleium wegen vorgängiger Verhandlungen mit der Königlichen Regierung zu Merseburg für dĩe rechtzeitige öffentliche Bekanntmachung zu spät einlief. Auch der von dem Königlichen Provinzialschulkollegium sehr beifällig aufgenommene Gedanke der Einrichtung vop


