Aufsatz 
Die Trachinierinnen des Sophokles
Entstehung
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Erörterung. Herakles erkennt dadurch die Heiligkeit des Verhältnisses, welches er durch sein Thun zerstört hatte, an, und der Schmerz, den wir bei dem Untergange der tragischen Personen empfanden, geht so in das durch das Wesen der Tragödie nothwendig geförderte Gefühl der Versöhnung über. Schliesslich noch ein Wort über die Schuld der Deianeira, ein Punkt, der gleichfalls in dem zweiten Theile weitläuſiger besprochen werden wird. Auch sie geht nicht unschuldig unter, wiewohl ihre Schuld eine geringere ist, als die des Herakles. Dass es nicht der Leichtsinn sei, wodurch ihr Untergang herbeigeführt wird, ist bereits nachgewiesen; ihre Schuld liegt darin, dass sie die Anlage und Fähigkeit des weiblichen Herzens verkennend, nicht in dessen Macht die Lösung des Conſlictes sucht, sondern nach einem natürlichen Mittel greift und die in ihrem Innern gegen dessen Anwendung sprechende Stimme überhört, v. 579. folgende. 1

Ueberschaue ich noch einmal den zurückgelegten Weg, so überkömmt mich ein eigenes Gefühl, dass ich in die Schranken getreten bin gegen Männer, die mir in allen Beziehungen weit überlegen sind. Ich kann aufrichtig versichern, nicht der Geist des Widerspruchs ist die Veranlassung dazun gewesen, sondern einzig und allein die Liebe zu unserm Dichter und das Streben, den innersten Pulsschlag seiner Poesie zu erlauschen. Habe ich geirrt, und nicht will ich verhehlen, dass manchmal die Worte der Deianeira in meinem Innern wider- klingen u.. Wie fürcht' ich, Alles habe mir das Ziel Weit überschritten, was ich eben ausgeführt! vielleicht dass auch ich mich des verzeihenden Wortes getrösten darf, welehes jener von dem IHyllos wird

Gutes wollend ſehlte sie.