Aufsatz 
Conjectanea in Aeschyli supplices
Entstehung
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Am 7ten Juni c. Ward das Königl. Cxymnasium in die tiefste Trauer versetzt durch den Hintritt Sr. Majestät Friedrich Wilhelm III., in welchem dasselbe fast 43 ahre hindurch seinen erhabenen Beschützer und Wohlihäter zu verehren s0 glücklich gewesen war. Nachdem schon die erste gemeinschaftliche Morgenandacht nach den Pſingstferien und die nächsten Unterrichtsstunden Gelegenbeit geboten hatten, das aus- zusprechen, wovon unser Ilerz erfüllt war, wurdle mit Genchmigung der Hohen Be- hörde am 3ten August sonst ein Tag der festlichsten Freude für die Austalt! als dem letzten aber für uns zugleich geeignetsten Termine, in dem würdig decorirten Hörsale des Gymnasiums eine Trauerfcier veranstaltet, zu welcher aber aus begreifli- chem Grunde das Publikum nicht eingeladen werden konnte. Sie begann mit einem Choral und einer Trauerkantate von Rinck, worauf der Vortraß des Direct. folgte, der in diesen Blättern mitgetheilt worden. Diess die letzte dem inniggeliebten, koch- verehrten Rönige vom Gymnasium Bewidmete äussere Feier des 3ten Augusts. In dankbaren Herzen werden wir ihn lebenslang feiern die Aunalen aber des nasiums das Gedächtniss der grossen und zahlreichen Wohlthaten seines erhabenen Beschützers spätern Geschlechtern hewahren.

Am 18. Juli c. Wurden, zu Folge allerhöchster Verfügung, die Lehrer der Austalt statt einer neuen cidlichen Verpllichtung zum treuen Gehorsam geßen des jetzt reg. Rönigs Majestät auf ihren früher geleisteten Diensteid von dem dazn beauftragten Direct. verwiesen. Nur der Pedell des Cymnasiums wurde zu Folge derselben Verorduung von Neuem vereidet.

Am 28. cj. fand die Conſirmation der von den II. Geistlichen vorbereiteten 14 Gym- nasiasten Statt, Welche der II. Archidiakonus Bergmann vollzog, und welcher sämmtliche Lehrer der Anstalt beiwohnten.

Am 29. cj. die Cymnasial-Abendmahlsfeier, an weleher auch die Ehegattinnen der Lehrer zum ersten Mal wieder The.] nahmen. 1 4

Am 27. Aug. c. beim Wiederanfang der Lectionen nach Ahlauf der Ernteferien wurde der bisher in Landshut an der höhern Bürgerschule beschäftigt gewesene Schulamts- Candidat A. J. Th. Küntzel als ordentlicher Lehrer beim hiesigen Gymnasium, nach vor- angegaugener Vereidung, vom Dir. im Auftrage der Hoben Behörde insfallirt und eingeführt.

Am 16. Septeimber fand die mündliche Prüfung unserer diesjährigen Abiturienten Statt. Siche No. 2 Frequenz in der nächsten Rubrik.

III. Staltigstiscee VerRdlItnisse. A. Das Personale.

1) Das Lehrer- Personale.

Nachdem die bisher vertretungsweise oder interimistisch verschenen Lehrerstellen dureh die Fürsorge der hoken Vorgesetzten nunmehr sämmtlich wieder besetzt sind, besteht das Lehrer-Collegium aus folgenden Mitgliedern:.

1. Carl Ernst Georg Matthisson, Dr. ph., Director und erster Professor des R. Gym. vom Petersberge bei Halle geb. den 17. Januar 1785, eingeführt am Gymnasium am 22. April 1815.:

2. Heinrich Eduard Raiser, zweiter Professor, geb. zu Alt-IHlerzberg in Sachsen am 5. Januar 1795, eingeführt den 2. Juli 1832..

3. Carl Friedrich Schönwälder, dritter Professor, geb. zu Goldberg am 20. Februar 1805, eingeführt am 9. October 1828. 5

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