Aufsatz 
Conjectanea in Aeschyli supplices
Entstehung
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32 IHlofmaler Herrn Schäfer in Rarlsruhe gemalte Brustbild des jüngsten Wohlthäters der An- stalt, des sel. Dir. Schmieder zum Iten Male in der Gallerie der für das Gymnasium denk- würdigen Männer erschien. Die von Abraham Gumprecht gestiftete Rede hielt vertretungs- weise Dr. Döring und sprach über wissenschaftliche Behandlung des Ge- schichtsunterrichtes auf Gymnasien.

Am 13ten Februar 1840 erlitt das Gymnasium durch den Tod des Gymnasiallehrers Ierrn Ferdinand Gottlieb Weigand cinen schmerzhaften Verlust. Seine Schüler ver- loren in ihm einen treugesinnten, unermüdlich thätigen Lehrer, das Lchrer-Collegium einen stets gefälligen Mitarbeiter und Freund, die Gymuasial-Cassen-Verwaltung ihren musterhaften Rendanten. Geboren am 24ten October 1785, angestellt bei dem Gymnasium seit dem Octo- ber 1814, war er im eigentlichen Sinne Senior Collegii. Er starb nach kurzem Rrankenla- ger an einer Lungenlähmung am 13ten Februar früh um3 Uhr, und wurde am 19ten ej. Nach- mittags unter Begleitung des gesaumten Gymnasial-Lehrer- und Schüler-Personals, welchem sich seine Freunde zahlreich anschlossen, feierlich zur Erde bestattet, wobei ihm der Herr Pastor prim. Meiser unaufgefordert die Parentation hielt. Nachdem schon bei der nächsten gemeinschaftlichen Andacht am 16ten des Verstorbenen würdig gedacht worden, fand am 20sten Vormittags noch eine besondere Gedächtnissfeier statt. Die dabei gesprochenen Worte wer- den in diesen Blättern mitgetheilt. Seine Amtsgenossen und Schüler werden ihm ein liebevol- les und dankbares Andenken stets in treuer Seele bewahren..

Am 29sten März c., an welchem Tage vor 25 Jahren der Director zum dritten Pro- fessor des Gymnasiums berufen worden war, wurde vom Lehrer-Collegium eine Festlichkeit veranstaltet, welche denselben nicht weniger erfreut als überrascht hat. Am Vorabend be- grüssten ihn die Gesangschüler aller lassen mit einem vom Primus omnium gedichteten vom Iusiklehrer Herrn Reiche componirten Festgesange; am folgenden Morgen überreichten ilun die Repräsentauten der 6 Ordnungen ein gleichfalls vom Primus». verfertigtes la- teinisches Gedicht nebst einem silbernen Pokal mit der Iuschrift: Viro clarissimo Carolo Matthissoni munceris professoriiantce hacec V lustra suscepti memoriam recolenti D. l1). g rata dis- cipulorum pictas etc., welcher ihm eir erfreuliches Andenken an die Liebe seiner Schüler auch der frühern durch die jetzige repräsentirten, Geucrationen sein und plei- ben wird. Dann beglückwünschte ihn das Collegium mit einer sechr freundlichen, vom Pro- fessor Kaiser verfassten lateinischen Epistel, worin derselbe Nachricht gibt von ciner in ih- rer Art wohl einzigen Einrichtung, welche 1595 oder 96 unter dem Rectorat des M. Melehi- or Tilesius mit Genehmigung des damaligen Herzogs Joachim Friederich beim hies. Gymn. getroffen worden und den Zweck hatte, die Eintracht unter den Lehrern zu erhalten und resp. herzustellen. Die beiden in der Gymnasial-Bibliothek aufgefundenen Uikunden über diese vierteljährlichen Eintrachtsconferenzen oder collegialen Friedensmahle, nämlich die Stiftungsur- kunde in Form eines Schreibens an den Herzog, deutsch, und die leges convivales, lateinisch, beide vom Herzoge unterzeichnet, werden mitgetheilt. Dann folgte ein Festmahl, an welckem auch die Gönner und Freunde des Directors, so wie der Austalt zahlreich und freundlich Theil nahmen, und welches von der heitersten, in Toasten und Tafelliedern sich kund ge- benden Fröhlichkeit belebt wurde.

Wenn es mir amtlich oblag, dieser Feier an diesem Orte zu gedenken, so ergreife ich zugleich die meinem Herzen erfreuliche Gelegenheit, allen gechrten Freunden, namentlich meinen Herrn Collegen und insbesondere dem Herrn Professor Kaiser für alle mir an die- sem Tage erwiesene Freundlichkeit auch öffentlich meinen innigen Dank hierdurch abzustat- ten. Möchte es mir vergönnt sein, vereint mit werthen Amtsgenossen noch einige Jahre in ungeschwächter Hraft für das Gymnasium thätig zu sein, und möchten sie pei der Feier ih- rer 25jährigen Amtsthätigkeit freundlich an mich zurückdenken!

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