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hemmt und fröhlich fortschreiten kann. Und wer denkt nicht an Ihn und seinen Staat, wenn der geliebteste Dichter in jenem romantischen Drama den Rönig preist— ja es ist, wenn Einzelnes hinzu gedacht wird, als würde von dem unsrigen selbst gesungen:
Der König der nie stirbt— der den heiligen Pflug beschützt,
Der Handel und Gewerb' entfesselt
Und Runst und Wissenschaft zur Blüthe ruft,
Der das fremde Joch zerbricht,
Der die Leibeignen in die Freiheit führt,
Der die Städte frei und freudigstellt um seinen Thron:
Der dem Schwachen beisteht und den Böosen schrecht,
Der den Neid nicht kennt, denn erist der Grösste,
Der ein Mensch ist und ein Engel der Erbarmung
Auf der feindsel'gen Erde;— denn der Thron
Der Rönige, der von Golde schimmert, ist
Das Obdach der Verlassenen,— hier steht
Die Macht und die Barmherzigkeit,— es zittert
Der Schuldige, vertrauend naht sich der Gerechte,
Und scherzet mit dem Löwen um den Thron.
Der Rönig, der angestammte, der geliebte Fürst,
Dem seiner Ahnherrn heilige Gebeine
In unserm Lande ruhen, der jung war
Mit des Landes Jugend, der mit den Männern
Hat geduldet und gestritten und gesiegt;
Dem unsere Worte traut zum Herzen tönen,
Der ist, der kann ein Vater sein zu seinen Söhnenl 3)
Ja das war er! ein Vater sciner Unterthanen, die er alle im Herzen trug, denen er die innigste Liebe und die höchste Verehrung einflösste, und diese, gesteigert durch das vor- her erwähnte Moment, hat sich in den Tagen seiner Auflösung, zunächst im Schosse der Hauptstadt so laut so rührend wahr und erbaulich ausgesprochen, dass jener berühmte Leh- rer der Heilkunst, der unlängst für die Hochschule Berlins gewonnen und als bisheriger Bürger eines Freistaats mit Vorurtheil gegen die monarchische Verfassung gekommen war, dass dieser an das Lager des sterbenden Königs gerufen, und Zeuge so kindlich inniger Lie- be und Hingebung, so reines volles Einklanges zwischen Rönig und Volk, von dem er keine Ahnung gehabt, unwillkührlich von Staunen und Bewunderung ergriffen und, während er das theure Leben nicht mehr zu retten vermochte, von der eignen schweren Rrankheit seines politischen Irrthums für immer geheilt wurde. 4)
Und hier darf ich nicht unterlassen, unsere Jugend auch auf die erfreuliche Seite der Erscheinung hinzuweisen. Wenn die allgemeine Theilnahme, welche die grosse Trau- erpost in und ausser Deutschland weckte, überhaupt ein schönes Zeugniss giebt, wie echter Menschenwerth und wahre Grösse auf dem Throne überall erkannt und geachtet wird, so beweist dieser tiefe Landesschmerz insbesondere, wie gesund der innerste Rern des deut- schen Gemüths geblieben, das von aussen, ja hie und da in den Gauen des eigenen Vater- landes so mannichfach bearbeitet und versucht, in der Absicht versucht worden, einen seiner tiefsten und schönsten Züge: Pietät und Treue gegen das angestammte Fürstenhaus: zu schwächen, zu vernichten. Darum ist diese Trauer auch ein Gegenstand heiliger Freude und süssen Trostes für den, welcher es redlich meint mit seinem Geschlechte. Denn in unserer Zeit der Emancipationen, wo Alles, Individuen wie Körperschaften und ganze Staaten sich frei zu machen streben von dem, was hemmt und drückt, oft bloss der Selbstsucht nicht behagt, und mit unnatürlichen und unwürdigen Fesseln zugleich jeder heilsamen Autorität und Abhängigkeit sich zu entschlagen— weil dieses Streben gleich der kranken Esslust sich um so höher steigert, je mehr Nahrung ihr geboten wird— in solcher Zeit wäre die Ge- sellschaft in Gefahr sich in ein Chaos aufzulösen, würde sie nicht von einem unsichtbaren
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