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rector aber ſuchte die Jugend uͤber den Begriff und die Bedeutung der feierlichen Huldigung zu belehren und knuͤpfte daran die Frage, wie auch Zoͤglinge eines Gymnaſiums ihrem neuen Koͤnige huldigen koͤn⸗ nen. Zum Schluß wurde Heil Dir im Siegerkranz angeſtimmt.
Sonnabends am 26. Juli, Vormittags um 9 Uhr verſammelten ſich Vorſteher, Lehrer und Schuͤler an dem gewoͤhnlichen Orte unſers Wochenſchluſſes, im Lehrzimmer der Secunda, zu einer Feier, in welcher der bisherige Huͤlfslehrer des Gymnaſii, Herr Lucas von uns Abſchied nahm. Nach dem Geſange der ein— leitenden Strophe: Du unſrer Jugend Gott ꝛc. betrat Herr Lucas den Katheder und nahm feierlich von der Lehranſtalt Abſchied, auf welcher er fruͤher ſeine wiſſenſchaftliche Vorbildung bis zur Univerſitaͤt erhalten hatte, und fuͤr die er ſpaͤter ſechs und ein halbes Jahr wirkſam geweſen war. Hierauf ſprach der Pri⸗ maner M. Nagel im Namen ſeiner Mitſchuͤler die Empfindungen des Schmerzes und Dankes gegen den geliebten Lehrer aus, welche durch ein Lied, von E. Schmidt gedichtet, von F. Fuͤrl componirt und von ſaͤmmtlichen Saͤngern des Gymnaſii geſungen, im Trennungsſchmerz noch hoͤher geſteigert wurden. Dann ſprach der Director im Namen des Lehrer-Collegii, und der Ephorus, Herr Superint. Nagel, erinnerte in ergreifender Rede den Scheidenden an alle verhaͤngnißvollen Momente ſeines hieſigen Schuͤler- und Lehrer⸗-Lebens. Mit der Schlußſtrophe: Alle, alle flehen wir, Vater, ſegne ſein Beſtreben ꝛc. endete die Feier. Die letzte Feſtlichkeit am 28. Auguſt wurde durch die feierliche Einfuͤhrung des neuen Lehrers in ſein Amt veranlaßt. Auch zu dieſer waren die Vorſteher, Lehrer und Schuͤler im Actusſaal verſammelt. Nach dem Geſange: Lob ſei dem Herrn, der unſrer Jugend ec, vollzog der Koͤnigl. Compatronats⸗Com⸗ miſſarius, Herr Graf v. Matuſchka, im Auftrage des Koͤnigl. Provinzial-Schul⸗Collegii die Handlung, fuͤhrte den Dr. Marckſcheffel als Huͤlfslehrer des Gymnaſii feierlich in ſein Amt ein, erinnerte ihn an die in der Eidesleiſtung uͤbernommenen Pflichten, haͤndigte ihm ſeine Beſtallung ein, empfahl ihn ſeinen Amtsgenoſſen und forderte die Jugend zu der pflichtmaͤßigen Geſinnung gegen den neuen Lehrer auf. Hierauf antwortete Dr. Marckſcheffel in angemeſſener Rede, der Director begruͤßte ihn im Namen des Lehrer-Collegii und der Primaner Ed. Schmidt trug im Namen ſeiner Commilitonen ein deutſches Ge⸗ dicht vor. Superint. Nagel beſchloß die Feier mit einem erhebenden Gebet, welchem ſich der Schlußgeſang anſchloß.
Mit Dankhbarkeit gedenken wir hier noch zweier frommer Stiftungen der verwittweten Frau Paſtor Glaubitz, geb Werner, welche am 9. November 1840 hieſelbſt verſtorben iſt und in ihrem Teſtamente 500 Rthlr. dem hieſigen Gymnaſio unter folgenden Bedingungen beſtimmt hat, daß das Kapital nach Art der Franziſchen Stiftung fuͤr Schulen von dem hieſigen geiſtlichen Miniſterio verwaltet und die Zinſen deſſelben an ſolche arme Chorſchuͤler, die ſich den gottesdienſtlichen Geſang recht angelegen ſein laſſen und durch eine vollkommen gute Auffuͤhrung Fleiß und chriſtlichen Sinn offenbaren, alljaͤhrlich vertheilt werden. Außerdem 400 Rthlr., wovon(aber erſt nach dem Tode ihrer Univerſalerbin) die Zinſen jaͤhrlich einem oder zweien ganz armen Schuͤlern, die ſich den Studien widmen, bei ihrem Abgange von hier zu Theil werden, wenn ſie ſich waͤhrend ihres Hierſeins voͤllig moraliſch gut aufgefuͤhrt haben. Auch dieſes Legat ſoll das hieſige geiſtliche Miniſterium verwalten.


