Aufsatz 
De emendatione fabulae Aeschyliae, quae supplices inscribitur : Commentationis pars prior
Entstehung
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Johann Georg Wilhelm Marckſcheffel wurde den 28. Januar 1815 zu Greußen in Thuͤringen geboren, erhielt den erſten Unterricht theils in der Stadtſchule ſeiner Vaterſtadt, theils im elterlichen Hauſe durch Privatlehrer, beſuchte von Oſtern 1829 bis Oſtern 1834 das Gymnaſium zu Erfurt und ſtudirte von 1834 bis 1838 Philologie zu Breslau. Den 11. Auguſt 1838 wurde er von der dortigen philoſophiſchen Facultaͤt promovirt, beſtand den 17. Auguſt deſſelben Jahres die Pruͤfung vor der wiſſenſchaftlichen Pruͤ⸗ fungs⸗Commiſſion zu Breslau, trat zu Michael 1838 ſein Probejahr am Gymnaſium zu Mar. Magd. daſelbſt an, nach deſſen Ablauf er Mitglied des Koͤnigl. Seminar fuͤr Gelehrten-Schulen wurde, in wel cher Eigenſchaft er in verſchiednen Faͤchern und Claſſen, theils am genannten Gymnaſium, theils am Koͤnigl. Friedrichs⸗Gymnaſium unterrichtete. Seine Inaugural-Diſſertation handelt De Catalogo et Eoeis, carminibus Hesiodiis. Spaͤter erſchien von ihm: Hesiodi, Eumeli, Cinaethonis, Asii et Carminis Naupactii Fragmenta collegit, emendavit disposuit Guil. Marckscheffel, Thuringus. Lips. ap. Vogel 1840..

Schulfeierlichkeiten. Die oͤffentlichen Pruͤfungen gaben dreimal Veranlaſſung zu einem feier⸗ lichen Rede-Actus. Den erſten hatten wir am Schluß des am 7. und 8. April 1840 abgehaltenen Fruͤh⸗ lings⸗-Examen. Nachdem 10 Primaner redneriſche und dichteriſche Verſuche in verſchiedenen Sprachen vor⸗ getragen hatten, machte der Director die Translocation bekannt. Eben ſo am 7. October, an welchem auch 10 junge Redner in derſelben Weiſe auftraten. Den 3 Abiturienten unter ihnen, Berthold, Unge⸗ rer und Welz ſangen die Primaner einen Abſchiedsgeſang, gedichtet von Rud. Schreiber, componirt von E. Geisler, und gaben ihnen zu Ehren ein Gedicht aus, von Ed. Schmidt. Endlich am 3. April 1841 traten 9 Primaner auf, unter welchen die Abiturienten Rother, Roth, Geisler und Benner. Der Ab⸗ ſchiedsgeſang war von Ed. Schmidt gedichtet und componirt, das ihnen gewidmete Gedicht iſt von E. Lucas. Beide Feierlichkeiten ſchloſſen mit Bekanntmachung der Translocation und Entlaſſung der Abiturienten durch den Director.

Am 24. Juli 1840 hielten wir in dankbarer Verehrung die Trauerfeier fuͤr des Hochſeligen Koͤnigs Majeſtaͤt vor der Geſammtheit des Gymnaſiums und einer zahlreichen Verſammlung, in welcher ſich auch Herr Conſiſtorial- und Schul⸗-Rath Menzel befand, im Actusſaale. Mit dem Geſange des Liedes von Knapp: Herr der Herren! uͤberſchwaͤnglich ꝛc. wurde die Feier eroͤffnet, worauf die Primaner H. Berthold eine lateiniſche Rede und G. Reichelt ein deutſches Gedicht vortrugen. Hierauf ſchilderte der Director in deutſcher Rede Koͤnig Friedrich Wilhelm als den großmuͤthigen Befoͤrderer der Wiſſenſchaften und der gei⸗ ſtigen Erhebung ſeines Volkes, als den Gruͤnder und Erhalter unzaͤhliger Bildungsanſtalten und als den

großen Wohlthaͤter unſers Gymnaſti. Mit dieſen feierlichen Erinnerungen an die Verdienſte und Tugen⸗ den des erhabenen Herrſchers entließen wir die uns anvertraute Jugend zu den Tagen der Erholung durch die Sommerferien. Unſern Winter⸗Curſus eroͤffneten wir am 15. Ockober ebenfalls mit einem vaterlaͤn⸗ diſchen Feſte. Es galt dem Geburtstage Sr. Majeſtaͤt des Koͤnigs und der in Berlin ſtattfindenden Erb⸗ huldigung Schleſiens. Auch zu dieſer Feier hatten ſich die Vorſteher der Lehranſtalt und viele andere Zu⸗ hoͤrer eingefunden. Mit dem Geſang der Motette von Boͤhmer: Stimmt an des Dankes Lieder ꝛc. be⸗ gann ſie. Hierauf feierte der Primaner E. Geisler in einem deutſchen Gedicht das Doppelfeſt, der Di⸗