. 45 sittlichen Entwickelungsganges der Menschheit vorschwebte, mangelte es doch seinen Studien nicht an einer geistigen Einheit. Vorzüglich waren es mythologische Arbeiten, mit denen er sich jetzt als Mitglied des Seminars beschäſtigte. Zu Michaelis 182¾ kcehrte er nach Schlesien zurick, um hier seine akademischen Studien zu beendigen. Während dieses letzten Semesters derselben war er Mitglied des theologischen Seminars zu Breslau, ferner der von Wachler geleiteten Gesellschaft. und das Wohlwollen dieses chrwürdigen Mannes übte einen höchst heilsamen, erkräftigenden Einfluss auf ihn aus. Wie viel verdankt er Steffens und ihm!— Von Wachlern empfohlen wurde er nach Beendigung seiner Studien Hauslehrer m der Familie des durch gediegene wissenschaftliche Bildung ausgezeichneten, kürzlich verstorbenen Freiherrn von Richthofen in Brechtelshof. In diesem Hause lebte er ein Jahr, Philologie und Pädagogik nalumen ihn von da an ganz in Anspruch. und im August 1826 erwarb er sich bei der philosophischen Facultät zu Breslau die Doctorwürde. Schon gegen Ende Octobers in demselben Jahre wurde er als interimistischer Lehrer am Gym- nasium zu Ratibor in öffentliche Wirksamkeit gesetzt, wo er 1ö Jahre bis 1841 verlebte. Seine definitive Anstellung als zweiter Oberlehrer an jener Anstalt erfolgte im Januar 1828 und zu Ostern 1832 wurde er zum ersten Oberlehrer und Prorector an demselben Gymnasium ernannt. Jedoch wurde sein Aufenthalt in Ratibor durch eine halbjihmige Abwesenheit unterbrochen, indem ihn sein durch eine gefäührliche Krankheit angegriffener Körper veranlasste, sich zu Michaclis 1830 einen halbjährlichen Urlaub zu erbitten. Dieses halbe Jahr brachte er bei seinem Bruder in Göt- tingen zu, wo ihm seine bald sich wieder befestigende Gesundheit erlaubte, diese Zeit zu man- cherlei Studien und Vorarbeiten zu benutzen. Wohlthätig wirkte hier auch der fast tagliche Umgang mit mehren ausgezeichneten Gelehrten; namentlich auch mit Dissen, auf ihn ein. Auch war e Mitglied der damals dort bestehenden lateinischen Gesellschaſt.— Im Anfange Juli 1841 trat er, an das hiesige Gymnasium ebenfalls als Prorector von dem Wohllöblichen Magistrat dieser Stadt berufen und von den hohen Behörden als solcher bestätigt, sein gegenwärtiges Amt an.
Ausser einigen Anzeigen und Recensionen in Zimmermanns Zeitschriſt für Alterthumsw issenschaft und in der Bücherschau der Breslauer Zeitung und Beiträgen, welche er zu Schalls und von Holteys deutschen Blättern geliefert hat, ist von ihm Folgendes im Druck erschienen:
Euripides Deorum popularium contemtor. T ratislaviae. 1826.— Inaugural-Disputation.
De Attide et Sabaszio. Ratiboriae. 1828.— Programm-Abhandlung.
Ueber das Nachahmende in der Kunst nach Plato. Ratihor. 1831.— Desgleichen.
Ueber das Nachahmende in der Kunst nach Aristoteles. Ratibor. 1834.— Desgleichen.
Geschichte der Theorie der Kunst bei den Alten. Breslau. 1834 und 1837. 2 Bände.
De Aethone Satgrico dchaet Eretriensis. Ratibor. 1837.— Programm-Abhandlung,
Die Idee der Aesthetik, ihrem historischen Ursprung nach dargestellt. Erste polemisch-kritische Abtheilung. Ratibor. 1840.— Desgleichen.
Zwei Reden zum Gedächtniss Friedrich Wilhelms III. und zur Geburtstagsfeier Friedrich Wil helms IV. Ratibor. 18416. Im Programm..
Den 15. October wurde der Geburtstag Sr. Majestät unsers jetzt regierenden Königs, Priedrich Wilhelms IWV., vor einer zahlreichen Versammlung im grossen Hörsaale feierlich begangen. Rill
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