Aufsatz 
Über Sophokleische Naturanschauung
Entstehung
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Werk der Jugendbildung kein blos menschliches Werk sei. Die Feierlichkeit endigte mit einem angemessenen Gesange.

Wir theilen hier über seine Lebensveahältnisse, die bisherige pädagogische und wissenschaft- liche Thätigkeit Folgendes mit:

Eduard Müller wurde am 12. November 1804 zu Brieg geboren, wo sein Vater damals als Feldprediger lebte. Als er im fünſten Lebensjahre stand. Kurde scin Vater als zweiter Pastor nach Ohlau berufen, und dort verlebte er die Zeit seines ersten Lebensalters vom Jahre 1809 bis Ostern 1816. Er hatte das Glück, einen sorgfältigen Unterricht in den Elementen auch der latei- nischen Sprache von seinem YVater zu erhalten, später vom Jahre 1812 ab besuchte er auch die öffentliche Schule des Orts. Zu Ostern 1816 brachte ihn sein Vater auf das Gymnasium zu Brieg, in dessen dritte Classc er aufgenommen wurde. Ilier genoss er den Unterricht trefflicher Lehrer, besonders in der Prima, in welcher Classe er 3 ½ Jahr sass, bis Michaclis 1821. Viel verdankte er dem jüngst verstorbenen verdienstvollen Director dieser Anstalt Dr. Schmieder; den ent- schiedensten Einfluss jedoch übte auf ihm der eben so anregende als gründliche Unterricht des gegenwärtigen Directors derselben Matthison. Als eine wichtige Epoche in seinem Leben ist der nun erfolgende Abgang auf die Universität zu Breslau zu betrachten; denn weniger in Folge äusserer Anregung, als von innen heraus entvickelte sich jetzt ein lebhafter, wenn auch natürlich noch dunkler und unsicher noch hin und her tastender philosophischer Trich in ihm. Die schönste Nahrung fand er in den YVorträgen des damals noch in Breslau wirkenden tiefsinnigen und be- geisternden Steffens, dann auch im Geistesverkehr mut gleichstrebenden Jugendfreunden, undl eine zügelnde und regelnde Einwirkung übte auf ihn das Studium der Schriſten Kants. Auch manche poctische Versuche füllen diese Zeit aus. Einen festern Studienplan hatte er sich damuls noch nicht vorgezeichmet, er schwankte zwischen Theologie und Philologic. In der erstern waren vornehmlich Schulz und von Cölln seine Lehrer, und wirkten auch insofern vortheilhaft auf ihn ein, als sie ihm den Werth gründlicher Studien zu immer hellerem Bewusstsein brachten. Zu noch grösserer Klarheit musste sich dieses Bewustsein in ihm ausbilden, als er zu Michaclis 1822 Mitglied des unter Passow's und S Schneiders Leitung blühenden philologischen Seminars wurde und hier seine Kräſte genauer zu prüfen vielfachen Anlass fand. Nur ein halbes Jahr jedoch leitete: die Einsicht dieser Männer seine Studien. Denn schon zu Ostern 1823 verliess er Breslau, um nach Göttingen zu gehen, wo sein jüngst zu Athen verstorbener Bruder Carl Otfried als Pro- ſessor der Alterthumswissenschaft lebte und wirkte. Hier nahm er, während seines anderthalb- jährigen Aufenthaltes an den von Mitscherlich, Dissen und seinem Bruder geleiteten Uebungen des philologischen Seminars Theil. Unvergesslich wird ihm stets der Einfluss sein, den sein Bruder auf seine geistige Entwickelung übte, wiewohl er auch Dissen sehr vicl verdankt, dem er jedoch erst später näher trat. In der Philosophie hatte er einen vorzüglichen Lehrer in Krausée, einem der Klarsten und schärfsten Denker, dem erst nach seinem Tode die ihm gebührende Anerkenntuiss zu Theil geworden ist. Der Theologie ward er indess auch hier nicht ganz untreu; Eichhorn, Stäudlin und Pott waren hierin seine Lehrer; aber indem ihm, als das hohe und ferne Zicl seiner wissenschaftlichen Bestrebungen, jetzt schon bestimmter die klare Erkenntniss des religiösen und