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6. Sexta.
(Zu Michaeli 1853 eröffnet.) Ordinarius: Collaborator Haplitſchka.
1) Religion 2 St. a. kath. Religionslehrer Scherzberg. Erklärung des Katechismus. Bibliſche Geſchichte des N. T. bis zu Chriſti Einzug in Jeruſalem. Erklärung und Memoriren der ſonntäglichen Evangelien; b. evang. Religionslehrer Stier. Erklärung der erſten Hälfte des 1ten Hauptſtücks nach Handel und bibliſche Geſchichte des A. T. nach Preuß. Gelernt wurden bibl. Sprüche und geiſtl. Lieder.
2) Rechnen 5 St. Candidat Schneider. Die 4 Species mit ganzen und gebrochenen, unbenannten und benannten Zahlen.
3) Naturgeſchichte 2 St. Collaborator Haplitſchka. Nach der allgemeinen Einleitung von den Säuge⸗ thieren die Hand⸗ und Zehenthiere nach Schilling.
4) Geſchichte 2 St. Candidat Schneider. Geihichi des Alterthums in Biographien bis Perikles nach Schwartz..
5) Geographie 2 St. Candidat Schneider. Nach einer kurzen Einleitung über die Geſtalt und Be⸗ wegung der Erde und über die Vertheilung von Land und Waſſer auf derſelben, wurde die Geographie von Europa zuerſt überſichtlich und dann die Geographie von Weſteuropa ausführlich vorgetragen. Nach v. Seydlitz.
6) Deutſch 5 St. Collaborator Hawlitſchka. Das Wichtigſte von den Redetheilen und aus der Satlehre im engen Anſchluß an den latein. Sprachunterricht; kleine Aufſätze nach vorgeleſenen Erzählungen oder Gedichten, wovon durchſchnittlich alle 3 Wochen zwei angefertigt wurden; orthographiſche Uebungen und alle 3 Wochen ein Specimen. Aus dem Leſebuche von Auras und Gnerlich wurden paſſende proſaiſche und poetiſche Stücke geleſen, erklärt, wiedererzählt und theilweiſe memorirt.
7) Latein 6 St. Collaborator Hawlitſchka. Nach Leber's Grammatik die Formenlehre des nomen, ein⸗ geübt an Beiſpielen deſſelben Handbuchs pag. 165§. 1— 6, pag. 245§. 1— 6, pag. 258§. 28 und 29 und an von dem Lehrer gegebenen Exercitien. Vierwöchentliche Speeimina.
Ueber den unterricht im Zeichnen, Schreiben, Singen und Turnen.
Zeichnenunterricht ertheilte der Zeichnenlehrer Barthelmann in jeder Klaſſe wöchentlich 2 Stunden. Derſelbe Lehrer ertheilte bis Michaeli auch den Schreibunterricht und zwar in Tertia wöchentlich 1 St., in Quarta 2 St., in Quinta 3 St. Seit Michaeli trat dadurch eine Aenderung ein, daß die eine Schreibſtunde in Tertia dem mathematiſchen Unterrichte zugetheilt wurde, und ſeit December der Lehrer Lorenz von der ſtädtiſchen Elementar⸗ ſchule den Schreibunterricht in Quinta aushilfsweiſe übernahm.
In der ſeit Michaeli eröffneten Sexta giebt Lehrer Hitſchfeld ſeit Anfang December drei Stunden Schreib⸗ unterricht; bis dahin wurde der Schreibunterricht in Sexta und Quinta, der auch dem erkrankten Zeichnenlehrer Barthelmann zugetheilt war, vertretungsweiſe gegeben.
Den Geſangunterricht ertheilte der Geſanglehrer Ellguth bis Michaeli in 4, dann in 5 wöchentlichen Stun⸗ den, wovon auf jede der untern und mittlern Klaſſen je eine kam. Als Leitfaden für den Unterricht diente Böer's Geſanglehre. Der Sängerchor, beſtehend aus den beſten Sängern aus allen Klaſſen übte in einer gemeinſchaftlichen Singſtunde vierſtimmige Geſangſtücke ein.
Im Sommer turnten die Schüler⸗wöchentlich an zwei Nachmittagen von 5 bis 7 Uhr unter Aufſicht des Turnlehrer Hanſer auf dem ſtädtiſchen Turnplatze. Obwohl die ſchon im vorigen Programme erwähnte Augen⸗ krankheit des Herrn Hanſer ſich verſchlimmerte und ſein Zuſtand trotz einer Badereiſe nach Carlsbad allmählig


