Aufsatz 
De Sophoclis Philocteta
Entstehung
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die uͤbliche Kranzrede gehalten. Nachdem das flache Dach mit Brettern als Verſchalung belegt worden, ward es im September von den Klempnermeiſtern Herren Fuhrmann und Hoppe mit Zink gedeckt. Der urſprüngliche Bau⸗ plan erfuhr unter Mitwirkung des Herrn Stadtverordneten⸗Vorſtehers Holtz I. dadurch eine Erweiterung, daß das dritte Stockwerk vollſtändig als Dienſtwoh⸗ nung des Gymnaſial⸗Direktors ausgebaut wird. Auch die Grenzmauern mit den beiden Hospitalhäuſern und deren Hofgebäude ſind neu und maſſiv herzu⸗ ſtellen angefangen worden. Die Herren Stände des Prenzlauer Kreiſes ha⸗ ben aus eigner Bewegung unterm 5. April 1839 der Stadt Prenzlau tau⸗ ſend Thaler als Beihülfe zu den bedeutenden Koſten des neuen Gymnaſien⸗ Gebäudes gewähret, und dagegen die Verleihung von zwei Freiſchulſtellen unſers Gymnaſiums an Schuͤler vom platten Lande dieſes Kreiſes erworben.

Im Perſonal der Lehrer hat die zweite oder Prorector⸗Stelle einen Wechſel erfahren. Am 29. Sept. 838 ſchied von uns der zeitherige Pro⸗ rector Dr. Wieſe, indem er als Profeſſor ans Joachimsthalſche Gymnaſium verſetzt wurde. In den 5 Jahren ſeiner ſegensreichen Wirkſamkeit hieſelbſt, durch vielſeitige und gediegene Gelehrſamkeit wie durch gewählte Darſtellungs⸗ gabe ausgezeichnet, ſtellte er ſich als einen Mann dar, der nicht mit ſich ab⸗ geſchloſſen hatte, ſondern ſich immer vorzüglicher und nach allen Seiten hin zu entfalten auf das eifrigſte und glücklichſte bemüht iſt. Da er an ſich ſel⸗ ber ſo große Forderungen machte, ſo mußte er dies verhältnißmäßig auch an die Schuüler und an die Schule überhaupt thun, die ſein Lebensgeſchäft ge⸗ worden. Die wenigen Jahre ſeines Hierſeins werden unvergeſſen ſein. Un⸗ ſere Gymnaſiaſten uͤberreichten ihm beim Abſchied zum Andenken einen ſilber⸗ nen Pokal. Da der an ſeine Stelle erwählte Prorector Profeſſor Dr. Schultze nicht gleich anziehen konnte, ſo ſendete das Königl. Schul⸗Colle⸗ gium d. P. Brandenb. den Candidaten des gelehrten Schulamts Dr. Carl Rudolph Merkel, aus der Provinz Sachſen gebürtig, welcher im ganzen Winterſemeſter von Michaelis 1838 bis Oſtern 1839 den Unterricht des Pro⸗ rectors ſtellvertretend gegen ein Honorar aus dem vacanten Lehrer⸗Gehalt ertheilte. Oſtern 1839 übernahm Herr Profeſſor Dr. Albert Wil⸗ helm Schultze die Funetionen der Prorector⸗Stelle. Derſelbe iſt 1806 zu Brandenburg a. d. H. geboren, Sohn eines Kaufmannes, evangeliſch⸗lutheri⸗ ſchen Bekenntniſſes. Vorgebildet auf dem Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt ging er Oſtern 1824 mit dem Zeugniß der Reife Nr. 1. zur Univerſität Halle, ſtudirte dort vier Jahr lang Philologie und Theologie, beſtand in Berlin die Prüfung zum gelehrten Schulamt und in Halle am Pädagogio und am Wai⸗ ſenhauſe ſein Probejahr, promovirte und pribvatiſirte daſelbſt noch zwei Jahr, und wurde Michaelis 1830 als Conrector am Gymnaſium zu Brandenburg