Aufsatz 
Der Rechneigraben in den städtischen Anlagen zu Frankfurt a.M. in botanischer Beziehung
Entstehung
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Der Rechneigraben

in den städtischen Anlagen zu Frankfurt a. M. in botanischer Beziehung.

(Mit einem Orientirungsplane.)

Von J. BLVU M.

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Die Anlage des Frankfurter Stadtgrabens, von dem wir heute nur noch einen unbedeutenden Ueberrest gewahren und mit dessen gänzlicher Entfernung man in neuester Zeit beschäftigt ist, erfolgte bei der zweiten Stadterweiterung im Jahre 1333. Er erhielt sein Wasser durch den Metzgerbruch aus den Sümpfen bei Seckbach, durch den Elkenbach, welcher von Bornheim kommt, und durch den Lowerbach(Leerbach), der sich auf der Nordseite ergoss, heute aber ganz versiegt ist. Der Stadtgraben war 12 Fuss tief und an beiden Seiten von breiten Mauern eingefasst. Auf der Stadtseite befand sich hinter der Mauer ein Wall mit Bastionen und auf der Mauer selbst waren viele Thürmchen angebracht. Durch die Bastionen erhielt der Graben eine Sternform, wie auf dem Merian'schen Plane besonders deutlich zu sehen ist. Eine solche Bastion befand sich auch auf der Langestrasse, von dem jetzigen Brofft'schen Hause an bis zum Allerheiligenthor, und die unregelmässige Form des Rechneigrabens wurde durch dieselbe bedingt. Hinter der äusseren Mauer des Stadtgrabens befand sich ein Wall mit Pallisaden an der Böschung und einem sog. Gebücke, d. h. Weidenanpflanzungen, welche man durch Ablegervermehrung u. dergl. undurchdringlich zu machen suchte. An den Thoren, wo die Hauptstrassen der Stadt mündeten, waren Zugbrücken und in deren Nähe seitwärts Thürme angebracht. Alle diese Vorrichtungen, sowie die Landwehr dienten dazu, die Stadt und ihre Umgebung vor heran- nahenden Feinden zu schützen. Erst gegen Ende des vorigen Jahrhunderts wurde mit Ab- tragung der Festungswerke begonnen, nachdem 1760 schon die Pallisaden entfernt worden waren. Es war ein glücklicher Gedanke Guiolett's, des Maires von Frankfurt unter des Fürsten Primas Regierung, die Festungsgräben nebst den äusseren Wällen in Pfade umzuwandeln, die der Erholung und der Freude gewidmet sein sollten. Der öffentlichen Spaziergänge gab es in unserer Stadt bis dahin nur wenige. 1705 wurde zwischen dem St. Gallusthor und dem Mainzerpförtchen die erste Allee angelegt und im Jahre 1712 eine solche auf dem Rossmarkt,

bis dahin ein Arbeitsplatz für Zimmerleute und Steinhauer; später erst enstand die Allee 1.