Pas Jahr 1899, in welches das Fest des hundertjährigen Bestehens unserer Schule fällt, bringt noch ein anderes Jubiläum, welches mit der Geschichte von Wetzlar enge verknüpft ist. In diesem Jahr werden es 125 Jahre, dass der Werther erschienen ist, das Buch, das mehr als alles andre den Namen der Stadt, der darin zwar nicht genannt, aber sehr leicht daraus zu erraten ist, in Ost und West, in den weitesten Kreisen bekannt gemacht hat. Schon dieser Umstand lenkt die Blicke auch bei dem Anlass, dem die vorliegenden Blätter gewidmet sind, auf den grössten Gast, welchen die Stadt beherbergt hat. Bedenkt man, dass Goethe noch nicht vier Monate in den Mauern unsrer Stadt geweilt hat, so muss man sich weniger darüber wundern, dass das Thema„Goethe in Wetzlar“ ziemlich erschöpft ist, als viel- mehr, dass ein so kurzer Aufenthalt eines Dreiundzwanzig- jährigen so tiefe Spuren hat hinterlassen und der diesen Spuren folgenden Forschung so viel Stoff hat bieten können. Goethe'’s Beziehungen zu Wetzlar sind fast erschöpfend dar- gestellt— ich erinnere vor allem an die liebenswürdige Monographie von Wilhelm Herbst—, immerhin bliebe noch eine Nachlese zu halten, die ich aber an anderer Stelle zu geben gedenke, da ich ein fast schon allzu oft behandeltes Thema hier nicht noch einmal behandeln, sondern, von Wetzlar ausgehend, die Beziehungen des Dichters, von dem immer noch„kein Ende“, zu den Rheinlanden darzustellen versuchen will. Dieses Thema ist insofern aktuell, als dieses
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