Aufsatz 
Festschrift zur Gedenkfeier des hundertjährigen Bestehens der Anstalt
Entstehung
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schule der Knaben, die unmittelbar für die Universität vor- bilden sollte, war auf vier Klassen und einen neun- bis zehnjährigen Schulbesuch berechnet.*)

Nachdem man im April 1799 einegedruckte Nachricht, den Anfang der Oberſchule betreffend, verbreitet hatte, ward diese höhere Lehranstalt, deren Fortsetzung das heu- tige Gymnasium bildet, in der Mitte des Monats Mai 1799 eröffnet.**) Die Zahl der Schiiler stieg schon im ersten Jahre von 42 auf 62; 1807 besuchten neunundfünzig Schüler die Anstalt. Uebrigens blieben auch katholische Schüler der evangelischen Schule nicht fern, nur fanden sie in der- selben keinen besonderen Religionsunterricht.

Die Schulräume befanden sich wenige Monate lang in einem an dem Barfüsserbache gelegenen Hause und seit August 1799 in der Amtswohnung des Pfarrers Follenius; später bezog die Oberschule das sogenannte Logenhaus. Erst im Jahre 1817 wurde das Gymnasium ganz in den Arnsburger Hof***) verlegt.

Gemäss den stolzen Plänen der Gründer enthielt der Lehrplan der neuen Oberschule alle möglichen Unterrichts-

*) Nachricht für das Publikum von den bisherigen Verhandlungen der gemeinnützigen Gesellschaft. 2. Stück. Wetzlar 1800.

**) Obrigkeitlich befohlener Abdruck des von der Schulkommission erstatteten Berichts über die neuen Schulanstalten. Wetzlar 1800: Bekanntlich wurde durch die im Dez. 1798 zur Verbesserung des hio- sigen Schulwesens ernannte Ratsdeputation im Januar 1799 eine ge- meinnützige Gesellschaft veranlasst, durch deren kräftige Mitwirkung die im Februar obrigkeitlich angeordnete Schulkommission schon im April eine untere, sofort im Mai eine obere Knabonschule und endlich im Oktober eine obere Mädchenschule zustande brachte. Die Oberschule führte in den Rechnungen den Namenoberes Schul- institut und ward in der Folge auch alsGymnasium bezeichnet.

***) Der Arnsburger Hof, so genannt nach dem früheren Besitzer, dem Kloster Arnsburg in der Wetterau, gehörte später der Stadt, die ihn 1695 den Jesuiten einräumte. Das von diesen eingerichtete Gym- nasium(Gymnasium P. P. societatis Jesu, nachherKaiserliches Gym- nasium) bestand bis 1806.