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Dr. Karl Wilhelm Steinbrinck, geboren zu Siegen den 23. März 1852, erhielt ſeine Vorbildung auf der Realſchule I. Ordnung zu Siegen, dem Friedrich⸗Wilhelms⸗Gymnaſium zu Berlin und dem Gymnaſium zu Bonn. Er verließ die letztgenannte Anſtalt im Herbſt 1869 und widmete ſich an der Uni⸗ verſität zu Bonn dem Studium der Mathematik und Naturwiſſenſchaften. Am 29. April 1873 erwarb er ſich daſelbſt den Doctorgrad mit einer Abhandlung: „unterſuchung über die anatomiſchen Urſachen des Aufſpringens der Früchte“ und beſtand im November desſelben Jahres das Examen pro facultate docendi in Chemie und beſchreibenden Naturwiſſenſchaften für alle, in Mathematik und Phyſik für mittlere Klaſſen. Seine Thätigkeit als Lehrer begann er an der hieſigen Schule.
Gleichzeitig wurde Herr Wetzler als Hilfslehrer für die Anſtalt gewonnen.
Simon Wetzler, Religionslehrer der hieſigen jüdiſchen Gemeinde, geboren zu Langſtadt am 2. März 1853, erhielt ſeine Vorbildung auf dem Erziehungs⸗ inſtitut zu Pfungſtadt und der Präparandenſchule zu Höchberg bei Würzburg, beſuchte dann vom Herbſt 1870 an das jüdiſche Seminar zu Würzburg und trat von dort aus am 29. September 1873 in ſeine hieſige Stellung ein.
Zu Oſtern 1874 wurde der bisherige Director der Anſtalt, Herr Wil⸗ helm Soldan, als Oberlehrer an die Realſchule I. Ordnung zu Darmſtadt be⸗ rufen. In einer Schulfeier nahm er von ſeinen Schülern Abſchied, die durch das Geſchenk einer werthvollen Uhr ihrer Liebe zu dem Scheidenden Ausdruck gaben. Herrn Director Soldan gebührt das Verdienſt, die hieſige Realſchule aus dem Nichts geſchaffen und durch Einſicht und raſtloſe Thätigkeit bis zu ihrem jetzigen Standpunkte emporgehoben zu haben. Viel zu ſagen, iſt für den Nachfolger im Amte unziemlich; hier gilt das Wort Plutarchs, daß Geſchichte⸗ ſchreiben deswegen ſchwer ſei, weil das Urtheil der Gleichzeitigen durch Partei⸗ leidenſchaften getrübt, den ſpäter Kommenden aber es unmöglich ſei, die Wahr⸗ heit zu erkennen. Das Sprichwort hat hier ſeine volle Geltung:„Das Werk lobt den Meiſter.“
Von Oſtern ab übernahm des Direktorat Roth, bisher ordentlicher Lehrer 2n be 49dansber⸗chtigten höheren Bürgerſchule zu Wolgaſt(Regierungsbezirk ralſund).
Friedrich Roth, geb. am 6. Januar 1840 zu Pößneck im Herzogthum Sachſen⸗Meiningen, ſtudirte, auf dem Gymnaſium Bernhardinum zu Meiningen vorgebildet, in Jena Mathematik und Philologie, in Berlin Mathematik und Naturwiſſenſchaften und erwarb ſich bei der königl. wiſſenſchaftlichen Prüfungs⸗ Commiſſivn zu Berlin die fac. doc. in Mathematik und Phyſik für alle Klaſſen eines Gymnaſiums und einer Realſchule I. O. Nachdem derſelbe ein Jahr als Probelehrer an der combinirten höheren Anſtalt zu Minden thätig geweſen, wurde er als ordentlicher Lehrer an der Wilhelmsſchule zu Wolgaſt angeſtellt, wo er bis zur Uebernahme ſeines jetzigen Amtes verblieb.
Kurze Zeit nach Beginn des Sommerhalbjahres erhielt unſere Schule die Berechtigung zur Ausſtellung von Zeugniſſen, welche für den einjährig freiwilligen Militärdienſt gültig ſind. Bei allen Gönnern und Freunden der Anſtalt erregte die Nachricht davon die lebhafteſte Freude. Die betreffenden Aktenſtücke lauten:
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