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prüfung, nicht ſowohl um weſentliche Verbeſſerungen des Beſtehenden zu erzielen, als vielmehr, um die in die Praxis bereits übergegangenen Aenderungen mit der Verordnung in Einklang zu bringen und wo möglich die ſogenannten Nachprüfungen zu beſeitigen, 4) eine Reviſion unſerer Diſciplinargeſetze. Für jetzt iſt es noch nicht an der Zeit, auf eine genauere Erörterung dieſer Punkte einzugehen.
Das Teſtament des Kaufmanns Jakob Daniel Fuhr, errichtet den 28. Julius 1834, publicirt beim Stadtgerichte zu Frankfurt am 25. April 1849, enthält folgende Beſtimmung:„Dem großherz. heſſ. Gymnaſium in Darmſtadt, meiner Vaterſtadt, woſelbſt ich meinen jugendlichen Unterricht genoſſen, vermache ich ein Legat von 1000 fl. als Capitalfonds, um deſſen Zinſen alljährlich zu Zwecken des Unterrichts, als Anſchaffung von Büchern und dgl. zu verwenden.“ Je ſeltener dergleichen Stiftungen der Pietät und Dankbarkeit in neueren Zeiten geworden ſind, um ſo mehr achten wir uns verpflichtet, dieſes dem Gymnaſium gemachte Geſchenk mit unſerm tiefgefühlten und achtungsvollen Danke zu erwiedern. Es iſt von der Behörde genehmigt worden, daß das Capital mit der Gymnaſialcaſſe verwaltet, und von dieſer mit dem Schluſſe jedes Jahres die Zinſen im Betrage von 50 fl. gezahlt werden. Man hat nicht für rathſam erachtet, eine beſtimmte Verwendung dieſer Summe ein für allemal feſtzuſetzen, ſondern es ſoll in jedem eintretenden Falle nach vorgängiger Berathung mit den Lehrern ein den Umſtänden angemeſſener Beſchluß darüber gefaſſt werden. Wir werden dafür Sorge tragen, daß die Ausführung nicht bloß der Willensmeinung des Teſtators entſprechend ſtattſinde, ſondern auch zu dankbarer Erinnerung an Namen und Verdienſt deſſelben Veranlaſſung gebe.
In dem Perſonale des hieſigen Gymnaſiums hat ſonſt keine Veränderung ſtattgefunden, außer daß Herr Wilhelm Maurer nach Ablauf ſeines Probejahres das Gymnaſium verlaſſen und eine Lehrſtelle in England angenommen hat, ein anderer unſerer ehemaligen Schüler dagegen, Herr Dr. Maximilian Rieger aus Darm⸗ ſtadt ſeit vorigem Herbſt als Acceſſiſt eingetreten iſt.
Zur Univerſität ſind vorigen Herbſt nach beſtandener Maturitätsprüfung ent⸗ laſſen worden: 1) Karl Neidhardt aus Alsfeld, 2) Franz Sartorius, 3) Karl Köhler aus Gedern, 4) Wilhelm Bechtold, 5) Eduard Heyer, 6) Chriſtian Merck aus Offenbach, 7) Hermann Sahl aus Werſau, 8) Eugen Frank, 9) Adolf Krauß aus Erbach, 10) Ernſt Peffinger aus Offenbach, 11) Auguſt Baur, 12) Emil Hahn, 13) Guſtav Oppenheimer aus Rimbach, 14) Ferdinand Emmerling, 15) Robert Rau aus Buſenborn, 16) Engelbert Rachor aus Steinheim, 17) Ernſt Stamm aus


