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Zwei Nachtigallen ſangen
In einem Gartenraum,
Auf hoher Tanne die eine,
Die and're auf blühendem Baum. Das Lied der einen war feurig, War glühender Liebeskuß,
Das Lied der andern war traurig, Wie ſchmelzender Wehmutherguß. Vom Blüthenbaume ſteigt Jubel, Melodiſch in lautem Klang;
Von der Tanne wallte hernieder Der Klage ſeufzender Sang.
Und lauter wurde das Jauchzen, Und lauter wurde der Schmerz, Da brach die Wonne der einen, Die Wehmuth der andern das Herz. Da ſanken die Nachtigallen
Hinab in den Gartenraum,
Und trauernde Zweige neigte Ueber beide der blühende Baum, Und deckte mit fallenden Blüthen Die Herzen, ſo früh verblüht.
Und es rauſchten die Tannenzweige Den Sängern ein Schlummerlied.
15) Chateaubriand, geb. 1768, geſt. 1848, Nekrolog von Karl Neidhardt
aus Alsfeld. 16) Deutſches Landſturmlied von Stoltze, comp. von Val. Hamm.
Deutſchland Hurrah!
Mann an Mann, Bann an Bann, Was die Waffen tragen kann! Blankes Wort, blanke Wehr! Stolz die Fahne drüber her! Weit und breit, kampfbereit Für des Landes Herrlichkeit! Gut und Blut, Herz und Hand, Alles für das Vaterland!
Hurrah!
Deutſchland Hurrah! Keinen Knecht, Menſchenrecht, Für die Freiheit in's Gefecht! Aug' in Aug', Hauch in Hauch, Alſo iſt es deutſcher Brauch! Hingebrauſt, nicht gegrauſt, Feſt den Degen in der Fauſt; Friſch hinan, drauf und dran, Und der heil'ge Geiſt voran!
Hurrah!
Deutſchland Hurrah!
Waffentanz, Siegesglanz!


