Aufsatz 
Über des Sophokles Antigone
Entstehung
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Gefahr, den Kampf nebst dem Morde der Brüder berührend, und ruft zu fest- licher Freude auf, als sey alles Gewölk über Theben verschwunden, während bereits eine neue drohende Wolke vom Hauche des Schicksals rasch heran- getrieben wird, die einen herzdurchschauernden Schatten über Theben und sein Königshaus werfen soll, eine Wolke, die aus dem Blute des Sieges selbst den Himmel trübend aufgestiegen ist. Kreon erscheint und erörtert seinen Beschluss, den der Heimath feindlich gewesenen Polynices nicht bestatten zu lassen. Seine Gründe sind vernünftig und patriotisch, wobei er überhaupt guten Herrschereifer für das Vaterland zeigt; der Chor aber spricht kein Urtheil über seine Anordnung aus, sondern meint nur, es werde Niemand so thöricht seyn, sich dem König zu widersetzen um mit dem Tode bestraft zu werden. Kaum sagt Kreon, der Tod werde allerdings den Ungehorsamen treffen, da meldet ein Wächter, dass Staub auf die Leiche gestreut worden. Zorn über die Verletzung seines Befehls mischt sich mit dem Argwohn, es möchten welche ihm, dem neuen Herrscher, trotzen wollen und seiner Macht die Anerkennung versagen, was ihn in die heftigste Gemüthsstimmung versetzt. Als der Chor, welchem das heilige Recht der Todten, die in der Götter Schutz stehen, durch Kreons Gründe nicht genug beseitigt zu seyn scheint, bemerkt, ihm ahne, was mit der Leiche geschehen, möge ein von den Göttern veranlasstes Werk seyn, fährt Kreon den Chor an, enthüllt seinen Argwohn, die Thäter möchten erkauft seyn, und droht den Wächtern das Aergste, wenn sie den Thäter nicht ent- decken. Als er den Chor allein gelassen, betrachtet dieser in seinem Liede, wie der Mensch das gewaltigste der Wesen auf Erden, Meer und Land, und die Thiere der Luft, der Erde und des Wassers bezwinge, und Alles erreiche, nur nicht dem Tode zu entgehen. Aber er kann kraft dieser Gewalt bös han- deln oder gut, und nur wer die Gesetze des Landes achtet, und das heilige Götterrecht des Eides ist ein guter Bürger. Bei diesen Betrachtungen sieht er Antigone vom Wächter herbeigeführt werden, und ahnet erschreckt deutlich in der Unglücklichen die Thäterin. Kreon trat wieder auf, und als er in seiner gereizten Stimmung Antigone, welche ihre That nicht läugnet, fragt, wie sie es habe wagen können, seine Gesetze zu übertreten, sagt sie ihm, nicht der höchste Gott und das heilige Recht der Todten hätten dies Gesetz gegeben, und sie setze seine Gebote nicht über die ewigen nicht geschriebenen Satzungen der Götter. Zu sterben sey für sie kein Uebel, und den Todten zu gefallen in ihrem Thun sey ihr am meisten angelegen. Scheine sie ihm thöricht, so scheine er auch ihr ein Thor. Diese Rede ist verhängnissvoll, und der Chor bemerkt,