Allen dieſen Herren folgen unſere beſten Wünſche für eine freundliche Geſtaltung ihrer Zu— kunft und unſer Dank für die der Schule geleiſteten treuen und eifrigen Dienſte.
Ergänzt wurde das Lehrercollegium durch die definitive Anſtellung der Herren Dr. Guſtav Schneider und Chriſtian Prieſter.
Herr Dr. Guſtav Schneider, geboren am 2. Februar 1835 zu Oppenau im Groß⸗ herzogthum Baden, ſtudirte in Freiburg im Br. und in Paris, promovirte am 2. Auguſt 1859 zu Freiburg im Br., beſtand am 15. September 1859 zu Carlsruhe die Staatsprüfung für das höhere Lehramt, wirkte als Privatdocent an der Univerſität zu Freiburg im Br. von Herbſt 1859 bis Oſtern 1860, dann bis 1863 als Lehrer am Indian civil service college zu London, ferner von 1863 bis 1864 und dann von Oſtern 1873 bis Herbſt 1878 als wiſſenſchaftlicher Hilfs⸗ lehrer an unſerer Handelsſchule, reſp. der Wöhlerſchule. Mit dem erſten October 1878 trat er als ordentlicher Lehrer in das Lehrercollegium der Wöhlerſchule ein. Er ertheilt vorzüglich Unter— richt im Engliſchen in den oberen Claſſen. Im Druck erſchien von ihm u. a.: Abaelards Philo⸗ ſophie; Destutt de Tracy's Materialismus(Habilitationsſchrift); Geſchichte der engliſchen Sprache in ihrem Verhältniſſe zur deutſchen und franzöſiſchen; Engliſches Leſebuch für untere und mittlere Claſſen(2. Auflage); German Manual(3. Auflage); Grammaire allemande sur un plan métho- dique et pratique 1877. Ueber die Ausſprache der engliſchen Vocale im 13. Jahrhundert und früher und Fortentwickelung derſelben im 14., 16., 17. und 18. Jahrhundert bis zur endgültigen Feſtſtellung der Ausſprache, im vorjährigen Programm der Wöhlerſchule. Im September 1875 wurde Herr Dr. G. Schneider zum auswärtigen Mitgliede des College of preceptors in London gewählt.
Herr Chriſtian Prieſter, geboren am 24. Mai 1852 zu Langenſcheid in Naſſau, ab⸗ ſolvirte von 1869 bis 1872 das Seminar zu Uſingen, erwarb ſich dort in der erſten Prüfung für das Lehramt ein Zeugniß des erſten Grades, und in der Wiederholungsprüfung ſpäter die Berechtigung zum Unterricht in den Unterclaſſen von Mittelſchulen und höheren Töchterſchulen, war von 1872 bis 1874 zu Dillenburg, von 1874 bis 1875 zu Bornheim, von 1875 bis 1877 an der Liebfrauenſchule, vom 1. Januar 1877 bis 1. October 1878 an der Allerheiligenſchule zu Frankfurt a. M. angeſtellt. Als ordentlicher Lehrer der Wöhlerſchule ertheilt er ſeit dem Anfange des Winterſemeſters 1878 hauptſächlich Turn⸗ und Schönſchreibeunterricht in den untern Claſſen.
An den Vorclaſſen wurde der ſeit dem Mai 1878 wegen Krankheit beurlaubte Lehrer Herr E. Dürrſtein ſeit dieſer Zeit durch den Lehrer Herrn Bauer vertreten.
Die Abiturientenprüfung in der Handelsſchule wurde am 21. September 1878 unter Vorſitz des unterzeichneten Directors, in Vertretung des Königlichen Commiſſarius, Herrn Provincial— Schulraths Dr. Rumpel, abgehalten. Es erhielten in derſelben, wie in der Statiſtik näher aus- geführt iſt, zehn Schüler das Zeugniß der Reife.
Der Sedantag wurde von der großen Mehrzahl der Lehrer und Schüler durch Theil⸗ nahme an der ſtädtiſchen allgemeinen, freiwilligen Feſtfeier auf dem Sachſenhäuſer Friedhofe feſt⸗ lich begangen. Am Geburtstage Sr. Majeſtät des Kaiſers wird der herkömmliche Schul⸗ actus ſtattfinden. Die von dem ord. Lehrer Herrn H. Marx zugeſagte Feſtrede wird die Lebens⸗ erfahrungen des damaligen„Prinzen Wilhelm“ in den Jahren 1807 und 1814 ſchildern.)
*) Ging am 19. März in Druck.


