Aufsatz 
Über die Behandlung einiger Abschnitte der deutschen Grammatik auf der unteren Stufe höherer Lehranstalten / von Ludwig Tachau
Entstehung
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Am 5. November 1887 ſtarb nach kurzem Krankenlager an der Diphtheritis die Schülerin der 7ten Klaſſe Minna Schild, im zehnten Lebensjahre. Sie war eine unſerer beſten Schülerinnen und

die einzige Hoffnung ihres Vaters. Wir haben der Trauer der Schule um dieſen ſchmerzlichen Verluſt an der Bahre Ausdruck gegeben.

Am 18. November 1887 überbrachten der Direktor und eine Deputation des Lehrerkollegiums dem Kollegen Herrn Georg Müller zur Feier ſeiner Silberhochzeit Glückwünſche und eine Ehrengabe.

Am 13. December 1887 begrüßten eine Deputation des Schulrats und des Lehrerkollegiums den emeritierten Kollegen Herrn Dr. Hermann Zirndorfer zu ſeinem 70. Geburtstage. Der Direktor über⸗ reichte namens des Lehrerkollegiums eine überaus kunſtvoll gearbeitete Votivtafel ein Werk unſeres Kollegen Louis Müller mit einer von dem Jubilar herzlich erwiderten Anſprache.

Mit dem Schluß des Schuljahres trat nach vierzigjähriger verdienſtvoller Lehrthätigkeit unſer Kollege Herr Adolph Teblöée in den auf ſein Anſuchen ihm ehrenvoll gewährten Ruheſtand. Von Sr. Majeſtät unſerm Kaiſer und König wurde ihm bei dieſem Anlaß der Kronen⸗Orden vierter Klaſſe Allergnädigſt verliehen. Überdies kam bei dieſer Gelegenheit die Anerkennung des Schulrats, die Freundſchaft der Kollegen, die Verehrung und Liebe der jetzigen und früheren Schüler in einer Reihe wohlthuender Kund⸗ gebungen zu herzlichem Ausdruck. Möge es dem verehrten Kollegen vergönnt ſein, bis in die ſpäteſten Tage ſich des Gedeihens der Schule zu erfreuen, mit welcher ſein Name für die Dauer ehrenvoll ver⸗ bunden bleibt!

Frl. Bloch, welche im Schuljahre 1886/87 als Hilfslehrerin an unſerer Schule beſchäftigt war, ſchied aus Anlaß ihrer Verheiratung aus dem Lehrerkollegium; an ihre Stelle iſt Frl. Frances Cahn getreten.

Herr Dr. Alfred Löhren, welcher im Schuljahre 1886/87 das vorſchriftsmäßige Probejahr ableiſtete, iſt als wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer, Herr Dr. Ferdinand Michel iſt als ordentlicher Lehrer angeſtellt worden. 6

Ferdinand Michel wurde am 2. September 1853 dahier geboren und beſuchte von Oſtern 1865 bis 1873 das hieſige Gymnaſium, das er Oſtern 1873 mit dem Zeugnis der Reife verließ, um in Heidelberg und Straßburg Deutſch und neuere Sprachen zu ſtudieren. Im Juli 1877 wurde er in Straßburg auf Grund ſeiner DiſſertationHeinrich von Morungen und die Troubadours(Bd. XXXVIII derQuellen und Forſchungen zur deutſchen Sprach⸗ und Kulturgeſchichte. Straßburg, Trübner 1880) promoviert und beſtand nach einem längeren Aufenthalte in Frankreich das Examen pro facultate docendi im November 1880 zu Marburg. Nachdem er ſchon früher an der Garnier'ſchen Unterrichtsanſtalt in Friedrichsdorf, ſowie nach abgelegtem Staatsexamen an der Talmud⸗Tora⸗Schule in Hamburg thätig ge⸗ weſen war, wurde er im Herbſte 1882 zur Aushilfe an die Realſchule der iſraelitiſchen Gemeinde dahier berufen. Hier leiſtete er im darauf folgenden Schuljahre ſein vorſchriftsmäßiges Probejahr ab und blieb ſodann ein weiteres Jahr als viſſenſchaftlicher Hilfslehrer an dieſer Schule in Thätigkeit, worauf er ſich auf einige Zeit nach England begab. Zu Oſtern 1886 wurde ihm die bis dahin von Herrn Dr. E. Philippſon bekleidete Lehrerſtelle, zunächſt proviſoriſch und im folgenden Jahre definitiv übertragen.

Zur Ableiſtung des vorſchriftsmäßigen Probejahres wurden von dem Königlichen Provinzial⸗Schul⸗ Kollegium der Schule überwieſen: vom 1. April 1887 an der Kandidat des höheren Schulamts Dr.