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6 Uhr waren wir auf Amöneburg angelangt, Wo denn auch schon eine grosse Zahl Zuschauer versammelt war. Wenn auch die Entwickelung des Manövers sich noch einige Zeit hinzog, so bot die herrliche, freie Rundsicht seltene Naturreize zur Unter haltung. Immer lebhafter wurde nun das Gefecht rund um den Berg in der weiten Ebene. Auch die Eigentümlichkeit des rauchschwachen Pulvers interessierte Alt und Jung der sehr zahl- reichen Beobachter. Ein selten schöner Tag begünstigte den Ausflug. Den Nachmittag bot das Biwak der Infanterie, Kavallerie und Artillerie viel Interessantes dar; insbesondere gewährte das Schauspiel der Verabschiedung der am folgenden Tag zu entlassenden Reservisten von ihrem Kommandeur allen Beteiligten und Zuschauern besonders viel Vergnügen. Mit dem 6,47 Uhr-Zug gelangten Lehrer und Schüler wohl befriedigt und an manchen Anschauungen reicher, sowie auch unversehrt wieder in Marburg an. Durch die eingeführte Vergünstigung bei Schülerfahrten hatte ein Schüler 40. Lfg. für Hin- und Rüc Kkfahrt zu zahlen.
Bezüglich des Gesundheitszustandes kann man Erfreuliches berichten. indem mur ein Lehrer und ein Schüler an der Erfüllung ihrer Pflichten auf längere Zeit durch Krankheit gehindert waren.
Am 4. Juni(Mittwoch) wurde das Oberhessische Missionsfest gefeiert. Um Lehrern und Schülern Gelegenheit zum Besuch des Morgengottesdienstes zu geben, wurde der Unterricht von 10—12 Uhr ausgesetzt.
Ein in meiner langen Amtsthätigkeit bis jetzt noch nicht vorgekommener Fall war die Aussetzung des Unterrichts am Nachmittage des 19. August, weil so spät im Jahre die grosse Wärme es gebot.
In ähnlicher Weise wie früher las der Unterzeichnete in passenden Stunden, z. B. beim Vicarieren, einige der interessantesten Dichtungen der griechischen Liter: atur, um den Sekundanern eine Kenntnis derselben zu vermitteln.(„Gute Ueber setzungen nach den Resultaten umfassender gelehrter Sprachstudien genügen, um den in den fremden Literaturen niedergelegten Erkenntnis-Inhalt kennen zu lernen«.)(Br. atuschek). Ferner fanden unter Leitung des Unterzeichneten auch im letzten Schuljahr, wie solches Herr Geheimrat Dr. Stauder bei einer Revision der Anstalt s. Z. empfohlen, Uebungen der Sekundaner im freien Vortrage statt. Im Ostern- Programm 1888 hat sich der Unterzeichnete erlaubt, eine Anzahl(circa 70) der Themata anzugeben, welche seit vielen Jahren den Vorträgen zu Grunde gelegt wurden.
Zu Pfingsten fiel der Unterricht vom 24. is 28. Mai aus.
Die Sommerferien dauerten vom 7. Juli bis 2. August,(s. Mitteilungen an die Eltern. S. 16).
Die Herbstferien vom 28. September bis 11. Oktober.
Die Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis 7. Januar.


