Aufsatz 
Über Erziehung der Jugend durch Schule und Haus
Entstehung
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XI in solcher Auffassung mit uns eins sind, dann müßten auch wir gemeinsam dahin zu wirken suchen, daß die Abiturienten aller 9 klassigen Schulen endlich dieselben Berechtigungen zum Universitätsstudium erlangen.

Nun zum Schlusse noch einige dringliche Worte:

Das Leben in einer Großstadt bietet für unsere Kinder viele Gefahren! Deshalb müssen die Eltern unter Einschränkung ihrer sonstigen, vielseitigen geselligen Verpflichtungen nur ein Ziel kennen: ihren Kindern ein trautes Heim zu schaffen. Im Elternhause müssen die Keime zur Frömmigkeit, zur Wahrheitsliebe und zum Streben nach allem Edlen gepflanzt werden, die wir in der Schule weiter zu pflegen berufen sind.

Achten aber wirklich alle Eltern unausgesetzt auf die innere Entwickelung ihrer Kinder? Sind sie rücksichtslos streng z. B. gegen deren Mängel an Ehrlichkeit, Offenheit und Wahrheit? Wie notwendig wäre es, daß Eltern viel mehr Wert auf einen guten Umgang ihrer Kinder legen; gute Kameraden sind ein wahres Kleinod für unsere heranwachsenden Söhne!

Insbesondere bitten wir dringlich die Eltern unserer Schüler, so vertraulich wie es im letzten Jahre zum Segen mancher Kinder vielfach geschehen ist, sich auch ferner an uns zu wenden, wenn sie sittliche Schäden bei ihnen entdecken; alle Eltern können sicher sein, daß wir für solch großes Vertrauen ihnen herzlich dankbar sind, und daß wir Vertrauen mit Ver- trauen erwidern werden. Wir betrachten es als ein wahres Glück, wenn wir in treuer Gemeinschaft mit den Eltern solche Fehler unserer Schüler, von denen wir oft keine Ahnung haben können, bessern und tilgen und somit auch deren Mitschüler vor Schaden hüten. Darum noch einmal: Ihr Eltern seid rückhaltlos offen gegen die Lehrer Eurer Kinder! Dadurch nützt Ihr nicht nur dem Wohle Eurer Kinder, sondern auch dem Wohle derer, die in derselben Gemeinschaft mit ihnen Jahre lang leben und sich gegenseitig zum Guten, leider aber auch so leicht zum Schlechten beeinflussen.

So mõge denn das kostbarste Gut, das Euch Eltern beschieden, unter Gottes Schutz und geleitet durch Eure aufopfernde Hingabe und Liebe gedeihen, und wenn wir als die Lehrer Eurer Kinder durch unsere Arbeit zu ihrem Lebensglück auch etwas beitragen können, so werden wir uns mit Euch erfreut und beglückt fühlen. Und so schließe ich mit den Worten des Dichters:

Geh fleißig um mit Deinen Kindern! Habe Sie Tag und Nacht um Dich, und liebe sie, Und laß Dich lieben einzig schöne Jahre! 3

Walter.

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