Aufsatz 
Bericht über die 50jährige Jubelfeier der Großh. Realschule und des Progymnasiums zu Alzey
Entstehung
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Die vorjährige Festschrift, die im März 1891 zur fünfzigjährigen Jubelfeier der Grossherzog- lichen Realschule und des Progymnasiums zu Alzey erschien, behandelte die Geschichte unserer An- stalt während der ersten fünfundzwanzig Jahre ihres Bestehens. Sie umfasste also die Zeit vom Gründungsjahre 1841 an bis zu dem Jahre 1866, das nicht nur in politischem Sinne. entscheidend war, sondern auch die Umgestaltung des Realschulwesens der süddeutschen Staaten zur Folge hatte. Zugleich gab diese Festschrift eine nach amtlichen Quellen gearbeitete Statistik des gesamten Schüler- bestandes vom 1. Februar 1841 bis Ostern 1891, die unter anderm auch ein bis zum Herbst 1890 reichendes ‚Verzeichnis der Abiturienten nebstAngabe ihres Berufes enthielt.*)

Wir geben nun in der vorliegenden Äibeit.einen Überblick über die Geschichte unserer Schule von 1866 bis 1891 und schliessen damit dieD, ırstellung der ersten fünfzig Jahre ihres Bestehens ab. Dann fügen wir noch ein Verzeichnis der Lehrer, lie:von 1841 bis Ostern 1891 an der Schule thätig waren, sowie ein Verzeichnis der Schulredei ji Programmabhandlungen bei.

Ehe wir aber zur DarstellungdesEätwickelungsganges schreiten, den unsere Schule in den letzten fünfundzwanzig Jahren vor dem Jubiläumsjahre 1891 genommen hat, müssen wir die Schluss- gedanken unserer vorjährigen Arbeit wiederholen, um dem geneigten Leser den Faden des Zusammen- hanges wieder in die Hand zu geben. Wir hatten gesagt, dass die Realschulen in den kleineren Städten unseres Landes, weil sie vorwiegend lokalen Wünschen und Interessen dienen sollten, in dieser ihrer eng gegriffenen Bestimmung zu verkümmern drohten; wir hatten darauf hingewiesen, dass überhaupt allen Realschulen Hessens jeder gesetzlich geregelte Zusammenhang mit höheren Unterrichtsanstalten von realistischer Bildungsrichtung sowie ein gewisses Mass bestimmt abgegrenzter Berechtigungen fehlte. Die ideale Liebe zur Bildung allein sichert nicht die ungestörte Entwickelung und Dauer einer Schulgattung; sichere, gesetzlich geregelte Berechtigungen müssen der idealen Liebe zur Bildung entgegenkommen und ihr auch einen Erfolg im praktischen Leben sichern. Aber weder der Staat noch der höhere Bürgerstand, in dessen Interesse ja doch die Realschulen hauptsächlich gegründet worden waren, trat für diese Schulen mit dem nötigen Nachdrucke ein, trotzdem damals das Vorbild Preussens nahe lag, wo die Realschulen bereits auf eine erfolgreiche Entwickelung zurückblicken konnten.®

Mit diesen Schwierigkeiten, die in der Ungunst der allgemeinen Zeitverhältnisse begründet waren, hatte auch die Alzeyer Realschule in den ersten fünfundzwanzig Jahren ihres Bestehens un- unterbrochen zu kämpfen. Ihr erster Direktor, Dr. Winterstein, hatte seiner Anstalt bereits im

*) Man bittet, nachstehende Berichtigungen in dem Abiturientenverzeichnisse der vorjährigen Festschrift vorneh- men zu wollen:

Ostern 1848: Hugo Forch, Alzey, Landgerichtsrat, Mainz.

Ostern 1861: Friedrich Erekmann, Alzey, Kaufmann, Bradford in England.

Das Verzeiehmis der Abiturienten des Schuljahres 1890/91 wolle man im Jahresberichte des Schuljahres 1891/92

nachsehen, 1*