die dadurch direkt das praktiſche Leben fördern. Und erſt wenn das Gymnalium, die Realſchule, Mittelſchule und Volksſchule zulammenwirken, dann wird unſer Vaterland, unſer engeres Heimatland, die Gemeinde dauerndbrauchbare Männerhaben. Zum Schluß ſeiner Rede beglückwünſchte der Bürgermeiſter Lehrer und Schüler, denen durch das neue, ſchöne Gebäude wiederum vermehrte Gelegenheit gegeben iſt, das hohe Ziel, das man ſich geſteckt, zu erreichen.¹ Direktor Dr. Buchhold verband ſeinen Dank für die dargebrachten Glückwünſchelmitdem Wunſche, daßdie Stadt Offenbachdem Gymnaſium auch fernerhin ihr Wohlwollen bewahren möge.— Der Direktor der Oberrealſchule Geh. Schulrat Jäger überbrachte die Glückwünſche der Oberrealſchule und höheren Mädchenſchule. Erwies auf die einander ergänzenden Beſtrebungen der beiden höheren Knabenſchulen, der Oberrealſchule und des Gymnaliums hin, und ſchloß mit dem Wunſche, daß das neue Schulgebäude den Segen bringen möchte, den alle von ihm erhofften. Direktor Dr. Buchhold dankte in ſeiner Erwiderung für das Entgegenkommen, das die Direktoren der beiden anderen Anſtalten dem Gymnalfium während der letzten Jahre durch Uberlaſſung ihrer Turnhallen und anderer Räume bewieſen haben, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die guten Beziehungen, die zwiſchen den Anſtalten belſtehen, niemals eine Anderung erfahren möchten.
Mit einem Gelang des Schülerchors ſchloß die Feier. Es folgte eine Belfichtigung des Gebãudes durch die feſtliche Verlammlung.
Nachmittags 3 Uhr fand vor einer glänzenden Feſtverſammlung— die Vertreter der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden und viele Ehrengäſte waren erſchienen— eine Deklamation von Sophokles Ajas nach der Überſetzung von Wilhelm lordan mit Vortrag der Chorlieder in der Vertonung von Profeſſor Dr. Karl Schmidt-Friedberg ſtatt. Auf den mulikaliſchen Teil war der Hauptnachdruck gelegt, die Chöre waren von Oberlehrer Becker in muſtergültiger Weiſe eingeübt. Einen einleitenden Vortrag hielt Oberprimaner von Brentano. Der Gelſamteindruck war ſtark und tief. Allen Mitwirkenden, insbeſ. Oberlehrer Becker, dem Dirigenten des mufikaliſchen Teils, Profeſſor Dr. Schmidt und Oberprimaner Bettlack, die die mulikaliſche Begleitung übernommen hatten, Pro- feſlor Dr. Heraeus, Oberlehrer Vogel, Dr. Abt, die die Rollen einſtudiert, gebührt Dank und Anerkennung.* Eine Wiederholung der Ajas-Vorführung fand vor ſehr zahl- reich erſchienenem Publikum am Sonntag, den 26. September. nachm. 5 Uhr ſtatt. Am Schluſſe dieſer Aufführung dankte Direktor Dr. Buchhold dem Komponiſten Profeſſor Dr. Schmidt dafür, daß er nicht nur ſein Kunſtwerk, ſondern auch ſein ganzes virtuolſes Können mit der größten Selbſtlofigkeit in den Dienſt des Gymnaliums geſtellt und zu dem Gelingen der Feier weſentlich beigetragen habe. Ak Zeichen der Verehrung und zur Erinnerung überreichte er ihm im Namen des Lehrerkollegiunns unter dem Beifall der Anweſenden einen Lorbeerkranz.
Dem Publikum war einigemal Gelegenheit gegeben, das neue Gymnaſialgebäude und ſeine Einrichtungen zu beſichtigen. Viele Hunderte haben das Gebäude beſichtigt. Wir haben nur anerkennende Worte gehört. Die ſchön verlaufene Feier wird allen Teil- nehmern eine liebe und wertvolle Erinnerung ſein. Das Gebäude, demn lie galt, möge viele Menſchenalter ſeinem Zwecke dienen und das Gymnaſium möge in dem neuen Hauſe blühen, wachſen und gedeihen! ach der Offenbacher Zeitungs
2 Zur Würdigung dieſer Vorführung, namentlich des muſikaliſchen Teils, verweiſen wir auf die Offenbacher Zeitung vom 27. IX. und 2. X. o0, des Oberhelſiſchen Anzeigers vom 28. IX. o9.
15


