Beitrag zur Mikrolepidopteren-Fauna von Steiermark und Kärnten.
Von Karl Prohaska.
Die entomologische Sektion des naturwissenschaftlichen Vereins hat es sich zur Aufgabe gestellt, die Herausgabe einer Fauna der Insektenwelt Steiermarks vorzubereiten. Ich habe in den drei letzten Jahren meine Aufmerksamkeit den Lepidopteren zugewendet und liefere hier einen Beitrag zu den Arbeiten der genannten Sektion, indem ich meine in der Umgebung von Graz gemachten Funde aus der Abteilung der Kleinschmetterlinge zusammenstelle.
Leider kann ich hinsichtlich der Fauna von Graz nichts Vollständiges bieten, da ich die Hauptferien stets außerhalb von Steiermark verbringe. Es sind mir daher jene Mikrolepidopteren aus der Umgebung unserer Stadt, die nur im Juli und August auftreten(mit Ausnahme solcher Arten, die sich bis in den September hinein erhalten), unbekannt geblieben. Zum Er- satze hiefür füge ich die wührend der Hauptferien— zum Teil auch in der Pfingstzeit— in Kärnten, hauptsächlich um Hermagor im Gailtale, gemachten Funde bei.
Um den dieser Abhandlung zugemessenen Raum nicht zu überschreiten, mußte ich mich kurz fassen und im wesentlichen auf die mehr oder weniger genaue Angabe des Standortes und der Flugzeit beschränken. Bei seltenen Arten ist eine nähere Bezeichnung der ôrtlichkeit ihres Vorkommens durchaus nicht überflüssig, da es ja bekannt ist, daß sie über den engen Umkreis der Futterpflanze ihrer Raupen zumeist nicht hinausgehen.
Die Beschäftigung mit den Kleinschmetterlingen ist durchaus keine einfache Sache. Schon das Fangen der Tiere und ihre Präparation erfordern viel Mühe und Geduld. Noch bedeutend größer aber sind die Schwierig- keiten, welche sich der Determinierung der Arten entgegenstellen. Ist es schon an und für sich nicht leicht, Mikrolepidopteren etwa nach einem analytischen Schlüssel zu bestimmen, so kommt noch dazu, daß ein Werk, welches die Beschreibung aller derzeit aus Mittel-Europa bekannten Arten enthält, heute nicht existiert. Von Heinemanns wertvoller Arbeit„Die Schmetterlinge Deutschlands und der Schweiz“ ist das erste Heft schon vor mehr als vierzig Jahren erschienen; es entspricht daher vielfach nicht, mehr dem gegenwärtigen Stand der Kenntnisse. Eine umfassende Zusammen- stellung der Entdeckungen und Forschungsergebnisse der letzten Dezennien liegt aber leider nicht vor und so ist der Anfänger recht sehr auf fremde Mithilfe angewiesen. Dieselbe wurde mir im reichen Maße durch Herrn Gabriel Höfner in Wolfsberg in Kärnten zu teil und es drängt mich, diesem Herrn für das freundliche Entgegenkommen und die Bereitwillig- keit, mit welcher er mich stets unterstützte, an dieser Stelle den wärmsten Dank abzustatten. Er vermittelte auch die Bestimmung mebhrerer schwierig
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