Aufsatz 
Bemerkungen zur Besiedelungsgeschichte des Untermainlandes in frühmittelalterlicher Zeit : 2. Teil
Entstehung
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Die techniſche Hilfslehrerin Fräulein Geiſt, die Oſtern 1913 12 Überſtunden übernommen hatte, trat mit Beginn des Winterhalbjahres an die Schwarzburgſchule über; ſie wurde durch Fräulein Bernhard erſetzt, die mit Schluß des Schuljahres wieder aus dem Kollegium ſcheidet.

Auch zu Weihnachten mußten wir ein Glied des Kollegiums entlaſſen, Fräulein Friede Bremer, die nur 2 ¼½ Jahre unſerm Kreiſe angehört hatte. Sie hat ſich während der verhältnis⸗ mäßig kurzen Zeit die Liebe und das Vertrauen ihrer Schülerinnen und die volle Achtung ihrer Mit⸗ arbeiter und Vorgeſetzten erworben, und alle ſahen ſie mit aufrichtigem Bedauern ſcheiden. Unſere guten Wünſche begleiten ſie ins Leben, das ſie an der Seite eines Gatten fortſetzen wird. Ihre Stunden übernahm bis Oſtern die Lehramtsbewerberin Fräulein Emmy Huber.

Mit dem Schluß des Schuljahres tritt der ordentliche Lehrer, Herr Heinrich Börner, in den Ruheſtand. Er wurde 1849 in Kriftel geboren, beſuchte die Volksſchule ſeines Geburtsortes, dann die Realſchule zu Höchſt a. M. und bereitete ſich auf dem Königlichen Lehrerſeminar zu Montabaur auf den Lehrerberuf vor; in dieſem war er ſeit dem 15. Mai 1869 tätig und zuerſt in Wicker, ſpäter an derEngliſchen-Fräuleinſchule in Frankfurt angeſtellt. Als die Humboldtſchule Oſtern 1876 ge⸗ gründet wurde, verſetzte ihn die ſtädtiſche Schulbehörde an dieſe. Er iſt der letzte aus dem Kollegium, der die ganze Entwickelung unſrer Anſtalt an dieſer ſelbſt miterlebt hat. Viele ſeiner ehemaligen Mitarbeiter ſind ſchon durch der Tod abberufen worden, andere leben in dem wohlverdienten Ruhe⸗ ſtand, während er in körperlicher und geiſtiger Friſche bis jetzt ſeines Amtes waltete. 45 Jahre war er im Schuldienſt tätig, davon 38 an der Humboldtſchule. Wir ſchätzen an unſerm Mitarbeiter ſeine unermüdliche Tatkraft, ſeine Gewiſſenhaftigkeit und ſeine Strenge gegen ſich ſelbſt; mit großem Eifer und mit vorzüglichem Erfolg unterrichtete er, ſeine Schülerinnen waren immer ſicher in ihren Kennt⸗ niſſen und konnten weiter bauen auf dem feſten Grund des Wiſſens, den Herr Börner in ihnen gelegt hatte. Er hat zu aller Zeit die Beweiſe ihrer Liebe und Dankbarkeit empfangen. Wir wünſchen ihm bei ſeinem Eintritt in den Ruheſtand alles Gute; möge er noch lange in körperlicher und geiſtiger Rüſtigkeit die wohlverdiente Muße genießen und unſrer Schule auch ferner ſein Intereſſe widmen! Wir werden ihn immer wieder gern in unſrer Mitte begrüßen.

Leider iſt mit dem Ausſcheiden von Herrn Börner die Liſte der Veränderungen noch nicht zu Ende. Kurz vor Neujahr wurde der ordentliche Lehrer, Herr Johannes Beil, von den ſtädtiſchen Schulbehörden zum Rektor der Kleiſtſchule ernannt und wird ſein neues Amt bei Beginn des Schul jahres 1914/15 antreten. Herr Beil ging Oſtern 1902 von der Glauburgſchule an die Humboldt⸗ ſchule über, war alſo im ganzen 12 Jahre an ihr tätig. Neben wiſſenſchaftlichem Unterricht auf der Mittel⸗ und Oberſtufe leitete er volle 11 Jahre den Geſangchor und trug durch die wohl eingeübten Geſänge viel zur Verſchönerung unſrer Feiern und Feſte bei. Manche Winterfeſte ich erinnere z. B. an das vom Februar 1907, wo das Volkslied den Mittelpunkt der Vorträge bildete wird den Beteiligten unvergeßlich ſein. Von einem ernſten Streben nach Fortbildung erfüllt, ſuchte er ſeine Schülerinnen in die Schönheiten der deutſchen Sprache und des deutſchen Schrifttums einzuführen und ſie zu pflichttreuen Menſchen zu erziehen. Mit Liebe und Sorgfalt nahm er ſich ihrer an und erwarb ſich ſo ihre bleibende Dankbarkeit. Er übernimmt nun ein ſchweres, verantwortungsreiches Amt; wir alle wünſchen ihm Kraft und Stärke, damit er die ihm obliegenden Pflichten erfüllen kann. Möge ihm in ſeinem neuen Berufskreis der beſte Erfolg beſchieden ſein!

Die wiſſenſchaftliche Hilfslehrerin, Fräulein Thea Claus, die im vergangenen Schuljahr die Stelle von Fräulein Seßler verwaltet hat, verläßt uns mit Oſtern d. J. Wir danken ihr, einer früheren Humboldtſchülerin, herzlich für ihren Eifer und für die erfolgreiche Arbeit, die ſie geleiſtet hat, und wünſchen ihr für die Zukunft alles Gute.