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fertigt und werden im Laufe desſelben Monats ſich der mündlichen Prüfung unterwerfen. Das Programm des nächſten Jahres wird über Inhalt und Ausfall dieſes erſten Examens nähere Mit⸗ theilung machen. Wir hegen die zuverſichtliche Hoffnung, daß unſere Schüler der oberen Klaſſen durch den Hinblick auf ein beſtimmtes zu erreichendes Ziel in ihrem Streben und ihrer ganzen Haltung befeſtigt und geſtärkt werden.
In der äußeren Geſtaltung der Schule hat ſich eine Aenderung darin vollzogen, daß wir vorſchriftsmäßig die 3 unteren Klaſſen der Knabenſchule(IX, VIII, VII) als„Vorſchule“ abgetrennt haben. Da dieſe Klaſſen im Sinne einer Vorbereitungsſchule für die eigentliche höhere Bürgerſchule eingerichtet waren, hat von einer Veränderung des Lehrplanes dabei abgeſehen werden dürfen.
Der Eintritt in die eigentliche Schule ſoll fortan nicht früher als mit vollendetem 9. Jahre ſtattfinden. Bei den Verſetzungen, insbeſondere in den oberen Klaſſen, ſoll mit gebührender Strenge verfahren werden.
Die Schulklaſſen VI— I haben wir, ohne im gewöhnlichen Gebrauch die einmal üblichen Bezeichnungen zu beſeitigen, mit den in den preuß. höheren Schulen überall eingeführten lateiniſchen Namen bezeichnet, wodurch ſich die unumgänglich nothwendige Vergleichung mit andern Lehranſtalten verwandter Kategorie erleichtert. Wir haben daher die Bezeichnungen Sexta, Quinta, Quarta, Untertertia, Obertertia, Secunda neben die Zahlen VI— I geſtellt. Ob die bisherige Klaſſe II beſſer als Obertertia oder als Unterſecunda zu gelten hat, darüber wird die Erfahrung entſcheiden müſſen. Einſtweilen hat uns die Ueberzeugung geleitet, vor allem dem Unterbau der Schule möglichſte Feſtig— keit geben zu müſſen.
Da die Anerkennung der Schule nur eine proviſoriſche iſt, ſo wird demnächſt die Frage zur Erwägung kommen müſſen, welcher Art die definitive Geſtaltung der Anſtalt ſein ſolle.
Selbſtverſtändlich mußte der ganze Lehrplan der Schule von neuem einer Reviſion unter⸗ zogen werden, wobei auf die Beſtimmungen des Reglements vom 6. October 1859 die möglichſte Rückſicht genommen wurde.
Im Lehrerperſonale der Schule trat eine Aenderung nicht ein. Der Urlaub des Herrn Dr. Ulbrich mußte leider verlängert werden, ſo daß die Vertretung des leidenden Kollegen durch Herrn Dr. G. Haſſel noch jetzt fortbeſteht. Längere Unterbrechungen erfuhr die Thätigkeit des Herrn Kreidel, welcher im Sommer zum Gebrauch einer Kur in Würzburg, und des Herrn Schultze, welcher im Herbſte auf einige Wochen nach Cronberg beurlaubt wurde. Die übrigen, allerdings ziemlich häufigen Störungen durch Erkrankungen der Lehrer waren nur von kurzer Dauer. Die Herren Rüdinger, Hefermehl, Fehl haben uns in ſolchen Fällen dankenswerthen Beiſtand geleiſtet.
Durch den Tod wurden aus dem Kreiſe der uns anvertrauten Jugend nach Gottes Willen abgerufen die Schüler Philipp Diez(IVb) und Friedrich v. d. Ehe(VII), und die Schülerinnen Anna Seipp(VII) und Frida Ronfort(VIII). unſere herzliche Theilnahme war den ſo ſchweren Verluſt erleidenden Familien gewidmet. Der Geſundheitszuſtand konnte im ganzen befriedigend genannt werden; der Schulbeſuch bei der großen Mehrzahl erfreulich regelmäßig; nur hier und da ſchien dieſe erſte und unerläßlichſte Vorbedingung für eine gedeihliche Wirkſamkeit der Schule nicht hin⸗ länglich erkannt zu ſein. Auch war das Verhalten der Schüler— der überwiegend großen Mehrzahl nach— im ganzen erfreulich; nur bei einem Schüler trat die Nothwendigkeit ein, den Angehörigen den Rath zu geben, ihn von der Schule zurückzuziehen.


