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blicken. Der Leiter der Schule entließ ihn in der Schlußandacht des Sommerhalbjahres mit den besten Wünschen der Schule für seine fernere Tätigkeit im neuen Wirkungs- kreise.
Zu Beginn des Winterhalbjahres führte der Leiter der Anstalt Herrn Lehrer Lucas, der von der Rudolfschule als Vorschullehrer an die Helmholtz-Realschule versetzt worden war, um die durch den Weggang des Herrn Fries erledigte Stelle einzunehmen, in sein neues Amt ein.
Am Nachmittag des 19. Dezember versammelte sich die Schule mit den sehr zahl— reich erschienenen Eltern unserer Schüler zu einer Weihnachtsfeier um den Christbaum in der Aula, den die Schüler selbst geschmückt hatten. Unsere Schüler sangen deutsche und französische Weihnachtslieder, trugen Gedichte vor, führten kleine Weihnachtsspiele auf, musizierten auf Klavier und Geige und ernteten reichen Beifall dafür. Zum Schluß konnte der Leiter der Schule seine Freude darüber aussprechen, daß die Eltern unserer Schüler so lebhafte Teilnahme für unsere schlichte Feier gezeigt hatten, und knüpfte den Wunsch daran, daß die Beziehungen zwischen Elternhaus und Schule recht innig und lebhaft wer— den möchten.
Den Geburtstag Sr. Maj. des Kaisers feierten wir wieder in Gemeinschaft mit einer großen Anzahl von Eltern unserer Schüler. Die Peier wurde durch Vorträge von Ge- dichten und Gesängen eingeleitet, die unserm Kaiser und unserm Vaterlande galten. Dazu trugen unsere 4 Geiger aus der Ouinta einige Musikstücke vor. Die Festrede des Herrn Oberlehrer Dr. Schweikart behandelte die Veränderungen des deutschen Landschaftsbil- des und ihren Einfluß auf die heimische Vogelwelt und zeigte in interessanter Ausführung und in einer ansprechenden Form, die auch den Kleinen verständlich war, wie Heimat- liebe mit sinniger Naturbetrachtung zusammenhängt. Zum Schluß überreichte der Leiter der Anstalt mit einer kurzen Ansprache das als Geschenk Sr. Maj. des Kaisers vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium überwiesene Bohrdt'sche Werk„Deutsche Schiff- fahrt in Wort und Bild“ dem Ouintaner Karl Stahl.
Am 10. März fand zum 100jährigen Gedenktage der Stiftung des eisernen Kreuzes und zum Geburtstage der Königin Luise eine Schulfeier statt, die wir mit Gesang und Deklamation begingen und zu der der Leiter der Schule in seiner Ansprache der ernsten Zeit und der ruhmreichen Erhebung Preußens vor 100 jahren gedachte.
Mit Beginn des neuen Schuljahres werden drei neue Lehrer, die Herren Oberlehrer Dr. Ernst Fittig aus Elberfeld, Oberlehrer Martin Schwabe in Frankfurt a. M. und Lehrer Emil Buß in FPrankfurt a. M. in unser Lehrerkollegium eintreten. Die Herren be— richten über ihren Lebenslauf folgendes:
Ernst Fittig wurde am 13. Juni 1880 zu Meinerzhagen in Westfalen geboren, absolvierte das Gymnasium zu Hagen und studierte Geschichte, Erdkunde, Religion und Deutsch an den Universitäten zu Berlin, Heidelberg und Bonn von 1901 bis 1906. An letztgenannter Hoch- schule promovierte er zum Dr. phil. und bestand im Februar 1907 die Oberlehrerprüfung. Als Kandidat am Realgymnasium, verbunden mit Realschule, zu lserlohn, sowie an der Ober— realschule und dem Gymnasium zu Recklinghausen fätig, wurde er Sepfember 1908 an die höhere Mädchenschule, verbunden mit Lehrerinnenseminar, zu Elberfeld berufen und Ostern 1900 fest angestellt.
Wissenschaftliche Veröffentlichungen: Levold v. Northof, ein westfälischer Geschicht-— schreiber des 15. Jahrhunderts, Witten 1906.— Zur Oeschichte der Weststädtischen höheren Mädchenschule zu Elberfeld, Progr. Elberfeld 1910.— Der hl. Laurentius, Elberfelds Kirchen-— und Stadtpatron, Elberfeld 1912.
Martin Schwabe wurde geboren am 6. Juli 1881 zu Döbeln in Sachsen, verließ Ostern 1902 das Wettiner Gymnasium in Dresden mit dem Reifezeugnis und studierte auf den Universitäten Marburg i. H. und Leipzig neuere Sprachen und Germanistik. Im Dezember 1900 legte er die Staatsprüfung ab, kam dann als Proband und Vikar mit voller Beschäftigung an das Wettiner Gymnasium in Dresden, verbrachte sein zweites Vorbereitungsjahr als wissen— schaftlicher Hilfslehrer und gewählter Oberlehrer an der Oberrealschule in Altona a. d. E. und wurde für Ostern 1912 als Aushilfsoberlehrer nach Frankfurt a. M. berufen. Hier war er ein Jahr hindurch an der Herderschule und an der Handelsrealschule tätig. Von Ostern 1915 ab wird er dem Kollegium der Helmholtz-Realschule angehören.


