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II. Zur Geschichte der Schule.
Nachdem bereits zu Ostern 1911 die Sexta und die 3. Vorklasse der Helmholtz— Realschule eröffnet und bis Ostern 1912 unter der Leitung des Herrn Prof. Dr. Hinstorff in der Herderschule untergebracht worden war, wurde am 15. April 1912 das neue Schuljahr im eignen neuen Schulgebäude der Helmholtz-Realschule angetreten. Herr Stadt- rat Dr. Ziehen führte an diesem Tage den vom Kuratorium gewählten Leiter der Anstalt Prof. Dr. Eggert in sein neues Amt ein, und dieser begrüßte seine Kollegen zum Eintritt in ihren neuen Wirkungskreis. Am folgenden Tage wurde der Schulbeginn in der Aula durch eine schlichte Feier eingeteitet, zu der die geladenen Pltern unserer Schüler zahl— reich erschienen waren. Der Leiter begrüßte die Pltern, erläuterte das Wesen und die Ziele der Anstalt, die bereits im Bauplan des Schulgebäudes auf eine 18 klassige Oberreal— schule berechnet ist, und versuchte darzulegen, wie Selbsttätigkeit und Arbeitsfreude des Schülers in allen Fächern zum Ausgang des Unterrichts und zur Grundlage der Fraie— nung gemacht werden kann. Der Leiter führte darauf die Eltern durch die Schulräume und wies dabei auf die edle Einfachheit in den äußeren Formen des Gebäudes und die schöne Zweckmäßigkeit seiner inneren Anlagen hin.
Die Schule wurde mit 129 Schülern eröffnet.
Zum Lehrerkollegium gehörten außer dem unterzeichneten Leiter zunächst die Herren Oberlehrer Dr. Schweikart, Mittelschullehrer Pries, Lehrer Müller und Aushilfsoberlehrer Hertting. Zu Michaelis trat Herr Lehrer Lucas an die Stelle des Herrn Fries.
Die an den Schule angestellten Mitglieder des Lehrerkollegiums berichten über ihren Lebenslauf folgendes:
Bruno Egger:, geb. am 12. August 1865 zu Erfurt, besuchte das Realgymnasium daselbst und das Annenrealgymnasium zu Dresden. Von Ostern 1884 ab studierte er in Leipzig, Berlin und Halle neuere Sprachen und GCermanistik, wurde 18890 in Halle zum Dr. phil promoviert und bestand hier in demselben Jahre die Staatsprüfung. Michaelis 1889 frat er sein Probejahr am Realgymnasium zu Magdeburg an und wurde zugleich in das dortige Königliche Pädagogische Seminar aufgenommen. Nach Ablauf des Probejahrs ver— blieb er am Realgymnasium zu Magdeburg als wissenschaftlicher Hilfslehrer. Am 1. Dezember 1801 wurde er als Oberlehrer an der Fürstlichen Realschule zu Arnstadt angestellt, Ostern 1896 an die Herzogliche Bealschule in Cöthen berufen und Ostern 1900 an das Friedrichs-— Realgymnasium zu Dessau versetzt. Michaelis 1900 ging er nach Frankfurt a. M. über und wirkte hier zunächst bis Michaelis 1907 an der Liebig-Realschule und sodann bis Ostern 1912 am Wöhler-Realgymnasium und an dem mit dieser Anstalf verbundenen Königlichen Päda— gogischen Seminar. Am 28. Dezember 1907 wurde ihm der Charakfer als Professor und am 6. Januar 1908 der Rang der Räte IV. Klasse verliehen. Zu Ostern 1912 wurde ihm die Leitung der neugegründeten Helmholtz-Realschule übertragen. Zur sprachlichen Ausbildung und zu wissenschaftlichen und pädagogischen Studien nahm er mehrfach Aufenthalt im Ausjlande.
Er veröffentlichte:
Entwicklung der normandischen Mundart im Département de la Manche und auf den Inseln Guernsey und jersey. Zeitschrift für romanische Philologie, Band XlII.
Phonetische und methodische Studien in Paris zur Praxis des neusprachlichen Unterrichts. Leipzig 1900.
Der psychologische Zusammenhane in der Didaktik des neusprachlichen Reformunterrichts. Berlin 1904.
Zur Psychologie der Kinderzeichnungen. Deutsche Blätfter für Zeichen- und Kunst-— unterricht 1907.
Unfersuchungen über Sprachmelodie.(Experimentelle Untersuchungen im psychologischen Institut der Akademie in Frankfurt a. M.) Zeitschrift für Psychologie. Band 49, 1908.
Methodische Uebungen zu Kühns französischen Lesebüchern. Bielefeld und Leipzig 1909.
Das Uebungsbuch im neusprachlichen Reformunterricht. Marburg 1911.
Uebungsgesetze im fremdsprachlichen Unterricht. Leipzig 1911.
Alexander Schweikart wurde am 11. Pebruar 1880 zu Frankfurt a. M. geboren. Nach Absolvierung der Klinger-Oberrealschule hier studierte er in Marburg und Berlin Mathe— mathik, Physik und Nafurwissenschaften. Am 25. Mai 1905 erwarb er sich in Marburg den Dokforgrad auf Grund der Dissertation:„Beiträge zur Morphologie und Genese der Eihüllen


