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fläche eines Körpers ist das elektrische Fluidum im Gleich- gewichte, sobald VKds ein Minimum geworden ist. Der Ausdruck
W= ½[Vkds
ist nichts anderes als das was später Helmholtz*) das potential einer elektrischen Masse auf sich selbst nennt, ein Ausdruck, dessen Zusammenhang mit der Summe von Arbeit oder aequivalenter Wärmemenge, welche eine elektrische Entladung hervorzubringen vermag, von ihm und Clausius**) zuerst deutlich gezeigt wurde.
Es schien mir von Interesse, zu versuchen, ob sich nicht Eigenschaften des elektrischen Ruhezustandes auffinden liessen, indem man sich allgemein die Aufgabe setzte, die- jenige Vertheilung der Elektricität zu bestimmen, bei wel- cher das für andere Zweige der Physik so wichtige Poten- tial der Elektricität auf sich selbst ein Minimum wäre, dabei aber diejenigen Beschränkungen fallen liesse, unter welchen Gauss den erwähnten Satz aufgestellt hat. Als solche Beschränkungen können bezeichnet werden:
1) Man betrachtet nicht die gegenseitige Einwirkung der auf mehreren getrennten Leitern befindlichen oder aus der Ferne in ihnen durch Induction geweckten Elektri- cität, sondern nur das auf der Oberfläche eines einzigen Körpers befindliche Fluidum.
In Art. 36 der citirten Schrift hebt zwar Gauss diese Einschränkung anscheinend theilweise auf, indem er den Einfluss ausserhalb befindlicher Massen berücksichtigt. Allein man bemerkt sogleich, dass daselbst letztere, wenn die Untersuchung ihre Giltigkeit bewahren soll, als unbeweglich oder in isolirte mathematische Punkte vertheilt vorausge- setzt werden, sodass ihre gegenseitige Induction, sowie die-
*) Erhaltung der Kraft. **) Poggendorf's Annalen der Physik, LXXXVI, 337.


