Aufsatz 
Lehrplan für den Unterricht in der Geschichte
Entstehung
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können Kürzungen eintreten bei der Regierungszeit Ferdinands I., Rudolfs II.; aus letzterer sind nur von Wichtigkeit: Majestätsbrief, Union, Liga. Die Einzelheiten aus der schwedisch- französischen Periode des dreissigjährigen Krieges sind möglichst zu beschränken, die allgemeine Betrachtung über den Charakter des Zeitraums von 1648 1789 ist zu streichen. Beim spanischen Erbfolgekriege ist eine genaue Kenntnis der Verwandtschaftsverhältnisse vom Schüler nicht zu verlangen. Wiederholung der alten Geschichte.

Unterprima: Neueste Geschichte von 1789 bis zum Regierungsantritt Wilhelms II., Eekertz S. 176 257. Für diese Periode tritt die preussische Geschichte in den Vorder- grund; der Zeitraum von 1815 1871 ist vorzugsweise mit Rücksicht auf die deutschen Ein- heitsbestrebungen zu behandeln. Beispielsweise sind Preussens Verdienste um die Gründung des deutschen Zollvereins als eines Hebels für die wirtschaftliche Einigung Deutschlands ein- gehender zu behandeln, während mit dem S. 213 216 gegebenen kurzen Abriss der Ver- waltungsreform in Preussen und Ostreich, den Verfassungskämpfen in den einzelnen deutschen Staaten dem Schüler nicht gedient ist. Die Geschichte derdrei dänischen Kriege wegen Schleswig-Holsteins, 1848 1851*, ist kurz als Einleitung zumKriege Preussens und Ostreichs gegen Dänemark 1864 zu geben. Aus der Geschichte des Jahres 1866 ist der Feldzug gegen Ostreich besonders hervorzuheben; die Besetzung Norddeutschlands sowie der Kampf gegen die Südstaaten sind didaktisch schwieriger und darum nur kurz im Auszuge zu behandeln.

Der deutsch-französische-Krieg 1870/71 wird eingehend vom Beginn bis zur Kapitulation von Sedan durchgenommen. Aus dem Kriege gegen die Republik sind hervorzuheben: die Einnahme von Strassburg, Metz, die Belagerung von Paris. Im Zusammenhang mit der letzteren werden kurz gezeichnet die Kämpfe bei Orleans, Le Mans, Amiens und St. Quentin, sowie die Kämpfe bei Belfort(General Werder). Wiederholung der deutschen Geschichte bis 1789.

Oberprima: Wiederholung des Gesamtstoffs; eingehendere Behandlung einzelner Ge- schichtsperioden nach Wahl des Lehrers.

Bei der Wiederholung der alten Geschichte fällt das Hauptgewicht auf diejenigen Partieen, welche bei der ersten Durchnahme in Quarta als zu schwierig zurücktreten mussten, insbesonderc also auf Verfassungs- und kulturgeschichtliche Verhältnisse. Für die Thatsachen der Perser- kriege und des peloponnesischen Krieges genügt eine Wiederholung nach David Müller.

Neben der Kenntnis der epochemachenden Begebenheiten der griechischen, römischen und vaterländischen Geschichte und der darin durch ihre Bedeutung hervorragendsten Persönlichkeiten ist als Lehrzielchronologische Sicherheit in vorsichtig beschränktem Masse des Umfangs der Forderungen bezeichnet. In der That ist die für den Zusammenhang der geschichtlichen Kenntnisse so notwendige Sicherheit nur durch die vorsichtigste Beschränkung zu erreichen. Die Lehrbücher von Müller und von Eckertz enthalten aber eine weit grössere Reihe von Zahlen, als dem Gedächtnis der Schüler zugemutet werden darf. Aus diesem Grunde erscheint ein Kanon notwendig, der das für die Schule unerlässliche, aber auch ausreichende Mass von Zahlen genau bestimmt und für die einzelnen Lehrer der Austalt verbindlich ist. Der Forderung einer sorgfältigen Beschränkung bei der Auswahl dieser Zahlen steht die andere nicht entgegen, dass die Zahlen für die Regierungszeit sämtlicher deutschen Kaiser einzeln und in zusammen- hängender Reihenfolge gelernt werden. Durch die Weglassung der weniger bedeutenden würde